US-Geheimdienste Anti-Terrorkampf läuft ins Leere


Vernichtendes Urteil für den Anti-Terrorkampf von US-Präsident Bush: Die amerikanischen Geheimdienste warnen vor einer großen Terrorgefahr für die USA, besonders durch al Kaida. Die Organisation habe eine "zunehmende Stärke". Der Report sagt auch, wo Terrorchef Bin Laden vermutet wird.

Die US-Geheimdienste haben vor einer erhöhten Terrorgefahr für die USA gewarnt. Dem Terrornetzwerk Al Kaida sei es gelungen, "Schlüsselelemente" seiner Fähigkeit zu Angriffen auf die USA zu bewahren oder nach Rückschlägen im Zuge des internationalen Antiterrorkampfes wiederzugewinnen, heißt in einem jüngsten Bericht zur Einschätzung der Terrorgefahr (National Intelligence Estimate), der von den 16 US-Geheimdiensten erarbeitet und in Washington veröffentlicht wurde.

US-Präsident George W. Bush relativierte die Analysen der US- Sicherheitsdienste. "Al Kaida ist heute stark, aber nicht annähernd so stark wie vor dem 11. September 2001", sagte Bush in Washington. Al Kaida wäre heute erheblich stärker, wenn die USA nicht gemeinsam mit den Verbündeten den Druck aufrechterhalten hätten und "in der Offensive geblieben" wären.

In dem Geheimdienstreport wird vor allem auf das sichere Rückzugsgebiet von Al Kaida in den pakistanischen Stammesgebieten verwiesen. Dort hielten sich vermutlich Al-Kaida-Chef Osama bin Laden und sein Stellvertreter auf, erklärte der Vorsitzende des Nationalen Rates für Geheimdienste, Thomas Fingar.

Obwohl seit den Anschlägen vom September 2001 nur "eine Hand voll" Al-Kaida-Akteuren in den USA entdeckt worden sei, müsse mit verstärkten Versuchen der Einschleusung weiterer "Agenten" gerechnet werden. Weiter wird die Al Kaida nach Einschätzung der Geheimdienste daran arbeiten, "ihre Fähigkeiten zu Angriffen auf unser Heimatland durch Zusammenarbeit mit regionalen Terrorgruppen zu verbessern". Insbesondere werde die Terrororganisation wahrscheinlich die Kapazitäten seiner "am meisten sichtbaren und fähigsten" Gliederung im Irak nutzen. Die Organisation konzentriere sich auf Anschläge gegen Ziele aus Politik, Wirtschaft und Infrastruktur und strebe dabei den Tod möglichst vieler Menschen und umfangreiche Zerstörung an.

Alle diese Faktoren zusammen führten zur Schlussfolgerung, dass sich die USA "gegenwärtig in einem erhöhten Bedrohungszustand befinden", heißt es in dem Report. Darin wird auch die Besorgnis geäußert, dass die internationale Zusammenarbeit gegen den Terror nachlassen werde, wenn der 11. September zunehmend in der Erinnerung verblasse.

DPA/AP AP DPA

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