US-Präsident in der Krise Obamas Umfragewerte sacken erstmals unter 50 Prozent


Die Zustimmungwerte für US-Präsident Barack Obama sind in gleich zwei Umfragen unter die 50-Prozent-Hürde gefallen. Die Amerikaner sind vor allem mit Obamas Afghanistan- und Wirtschaftspolitik unzufrieden.

Wie das Forschungsinstitut Gallup jüngst mitteilte, sind nur noch 49 Prozent der Amerikaner mit der Arbeit ihres Präsidenten zufrieden. In einer zweiten Umfrage des Instituts Quinnipiac unter US-Bürgern hat sich jetzt erneut weniger als die Hälfte zufrieden mit der Amtsführung von Präsident Barack Obama gezeigt. Nur 48 Prozent der Befragten hießen seine Arbeit gut, 42 Prozent bewerteten sie sogar ausdrücklich negativ. Es war das erste Mal, dass die Zustimmung in der Umfrage des Instituts unter 50 Prozent fiel.

Wenig Zustimmung von Weißen

Zu den Negativfaktoren zählten den Quinnipiac-Angaben zufolge die schlechte Wirtschaftslage und der Militäreinsatz in Afghanistan. 49 Prozent der Befragten kritisierten Obamas Afghanistan-Politik, nur 38 Prozent hießen sie gut. Mit Obamas Wirtschaftspolitik waren 52 Prozent unzufrieden und 43 Prozent zufrieden. In der Umfrage wurden große Unterschiede in der Bewertung Obamas in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen deutlich. Zufrieden mit dem Präsidenten zeigten sich 89 Prozent der afroamerikanischen Befragten, 62 Prozent der Befragten lateinamerikanischer Abstammung, aber nur 42 Prozent der weißen Befragten. Frauen hießen Obamas Amtsführung zu 52 Prozent gut, Männer nur zu 44 Prozent.

Auch der Rückhalt durch Parteifreunde beginnt zu bröckeln. Obama ist von mehreren Abgeordneten seiner Demokraten aufgefordert worden, die geplante Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan zu überdenken. Sie hätten Zweifel an der Entsendung zusätzlicher Truppen, "solange die Zielsetzung des Einsatzes unklar" sei, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben von fünf Abgeordneten. Obama kündigte an, die Entscheidung stehe kurz bevor.

Gesundheitsreform in Gefahr

Methoden zur Bewertung des Afghanistan-Einsatzes seien "mangelhaft oder nicht vorhanden", heißt es in dem Schreiben der Kongress-Abgeordneten. Obama hat eine "baldige" Entscheidung über den Truppeneinsatz am Hindukusch in Aussicht gestellt, an dem derzeit 68.000 US-Soldaten beteiligt sind. Der Einsatz müsse umfassend überdacht und neu definiert werden, fordern die fünf Abgeordneten um Mike Honda aus Kalifornien. Es müsse um eine "mutige Strategie der Versöhnung" gehen.

Dabei benötigt Obama dringend die Stimmen seiner Partei für die Durchsetzung der Gesundheitsreform. Der US-Senat stimmt am Samstag darüber ab, ob er einen Entwurf des demokratischen Mehrheitsführers Harry Reid zur Reform des Gesundheitswesens ins Gesetzgebungsverfahren einbringt. Für einen Abstimmungserfolg sind exakt die 60 Stimmen erforderlich, über die die in dieser Frage zerstrittene Demokratische Partei von Präsident Barack Obama verfügt. Die oppositionellen Republikaner lehnen das Vorhaben, durch das jeder Amerikaner in den Genuss einer Krankenversicherung kommen soll, geschlossen ab.

dis/Reuters Reuters

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