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US-Vizepräsident Cheney: Militärschlag gegen den Iran denkbar

Der Iran darf nach den Worten von US-Vizepräsident Dick Cheney auf keinen Fall eine Atommacht werden. Zugleich wiederholte er, dass in dem Konflikt alle Optionen auf dem Tisch lägen, auch wenn die USA zunächst den diplomatischen Weg verfolgten.

US-Vizepräsident Dick Cheney schließt einen Militärschlag gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm nicht aus. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem australischen Premierminister John Howard sagte Cheney in Sydney, alle Optionen lägen immer noch auf dem Tisch.

USA tief besorgt

Die USA wollten gemeinsam mit ihren Verbündeten alle Anstrengungen unternehmen, um den Iran von seinen atomaren Betrebungen abzubringen. Die USA seien jedoch tief besorgt wegen der Nuklearaktivitäten Teherans. Cheney war am Donnerstag aus Japan kommend in Australien angekommen. Sein Besuch endet am Sonntag.

Israel hat unterdessen einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach das Land Vorkehrungen für einen möglichen Angriff auf den Iran trifft. Vize-Verteidigungsminister Ephraim Sneh sagte Radio Israel am Samstag, sein Land habe keine entsprechenden Schritte unternommen. Die britische Zeitung "Daily Telegraph" hatte unter Berufung auf einen hochrangigen Mitarbeiter des israelischen Verteidigungsministeriums berichtet, Israel führe mit den USA Gespräche über eine Nutzung des irakischen Luftraums bei einem möglichen Angriff auf die Islamische Republik. Damit solle Vorsorge für den Fall getroffen werden, dass der jüdische Staat sich entschließen sollte, iranische Atomanlagen anzugreifen. Sneh bezeichnete diese Darstellung als Ablenkungsmanöver von Kräften, die vor diplomatischem und wirtschaftlichem Druck gegen den Iran zurückschreckten.

"Haltlose Beschuldigungen"

Der Iran hatte zuvor im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen den Vorwurf zurückgewiesen, an der Entwicklung einer Atombombe zu arbeiten. Dies seien "haltlose Beschuldigungen" der USA, Großbritanniens und Israels, sagte der stellvertretende iranische UN-Botschafter Mehdi Danesch Jasdi am Freitag in New York. Seine Regierung habe die Entwicklung und den Einsatz von Massenvernichtungswaffen immer als "unmenschlich, unmoralisch und illegal" betrachtet. Gleichzeitig beharrte der iranische Diplomat auf dem "unveräußerlichen Recht" seines Landes auf die Entwicklung der Nukleartechnik zu friedlichen Zwecken. Daher werde sich der Iran dem Druck nicht beugen, sein Atomprogramm einzustellen.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters