US-Vorwahl Florida McCain gewinnt den Sunshine State


John McCain hat die Vorwahl zur US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in Florida vor Mitt Romney gewonnen. Rudolph Giuliani konnte mit seinem dritten Platz den Erwartungen nicht gerecht werden - der Ex-Bürgermeister von New York soll bereits über einen Rückzug aus dem Wahlkampf nachdenken.

Bei der republikanischen Vorwahl im US-Bundesstaat Florida hat der Senator aus Arizona, John McCain, den Sieg errungen. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen lag McCain mit 36 Prozent vor dem Exgouverneur von Massachusetts, Mitt Romney (31 Prozent). McCain geht damit als Favorit in den sogenannten "Super-Dienstag" am 5. Februar, an dem in mehr als 20 Staaten über die Präsidentschaftskandidatur abgestimmt wird. John McCain hat sich nach seinem Sieg überzeugt gezeigt, dass er als Spitzenkandidat seiner Partei nominiert wird. "Ich habe vor, zu gewinnen", sagte er strahlend vor Anhängern in Miami. Es sei ein knapper Sieg, sagte der Senator, "aber nichtsdestotrotz ein süßer Sieg".

McCain hatte während des Wahlkampfes in dem sonnigen US-Staat, in dem viele Veteranen leben, vor allem mit seinen Verdiensten beim Militär geworben. "Ich bin am besten ausgestattet mit Wissen, Erfahrung und Urteilsvermögen, um dieses Land gegen radikalen islamistischen Extremismus anzuführen", sagte McCain im US-Fernsehen. Der frühere Gouverneur von Massachusetts, Romney, warf ihm hingegen Unkenntnis in wirtschaftlichen Fragen vor. "Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, einen Präsidenten der Vereinigten Staaten zu haben, der nichts von Wirtschaft versteht", sagte der erfolgreiche Unternehmer.

Rudy Giuliani nur auf dem dritten Platz

Den dritten Platz belegte weit abgeschlagen der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani mit 15 Prozent vor dem Exgouverneur von Arkansas, Mike Huckabee (14 Prozent). Während Huckabee bereits ankündigte, dass er weiter im Rennen bleibt, ließ es Giuliani in einer Rede vor Anhängern in Orlando offen, ob er weiter antritt: Dort sprach er von seiner Bewerbung schon in der Vergangenheitsform. "Wir werden jetzt alles dafür tun, damit wir dieses Land der nächsten Generation besser übergeben, als es zuvor war."

Aus Parteikreisen verlautete, Berater von McCain und Giuliani sprächen bereits darüber, ob Giuliani in Kalifornien McCain unterstützt. Das deutet darauf hin, dass sich Giuliani aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nach seiner Niederlage in Florida verabschiedet.

Hillary Clinton gewinnt gegen Obama

Auf der demokratischen Seite errang die ehemalige First Lady Hillary Clinton einen Vorwahl-Sieg in Florida - allerdings nur von symbolischem Wert. Bei der parteiinternen Kandidatenkür konnte sie nach Auszählung von rund 70 Prozent der Stimmen den schwarzen Senator Barack Obama klar mit 50 zu 33 Prozent schlagen. Das Ergebnis hat jedoch für die Nominierung nach bisherigem Stand keine Bedeutung. Wie zuvor schon in Michigan hat der Parteivorstand einen Boykott der Vorwahl als Strafe dafür beschlossen, dass die Abstimmung in Florida vorverlegt wurde.

Dies bedeutet, dass den Kandidaten keine Delegierten entsprechend ihrem Ergebnis zuerkannt werden, die dann auf dem Nominierungsparteitag im Sommer für sie stimmen würden. Trotzdem waren aber viele Demokraten in die Wahllokale gekommen. Hillary Clinton bekräftigte unterdessen bei einer Siegesfeier in Davie (Florida) die Absicht, für eine Anerkennung der Stimmen in Florida und Michigan zu kämpfen.

AP/Reuters/DPA/AFP AP DPA Reuters

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