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Hurrikan "Dorian" US-Wetterbehörde will prüfen, warum sie plötzlich Trumps Alabama-Warnung bestätigte

Hurrikan "Dorian": US-Wetterbehörde will prüfen, warum sie plötzlich Trumps Alabama-Warnung bestätigte


Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast: Bei einer Lagebesprechung zu Hurrikan "Dorian" im Weißen Haus zeigt US-Präsident Donald Trump eine Wetterkarte, die per Hand erweitert wurde.


Der Hintergrund: Mehrmals behauptete Trump am Wochenende, der Sturm stelle auch eine Bedrohung für den US-Bundesstaat Alabama dar.


Meteorologen widersprachen ihm.


Die Menschen des US-Bundesstaates waren verunsichert.


US-Medien spotteten über Trumps falsche Twitter-Warnungen.


Der aktuelle Sturmverlauf zeigt: Dorian kommt dem US-Bundesstaat nicht nahe, er könnte derzeit in North Carolina auf US-Festland treffen.


Stellte der Hurrikan also je eine Bedrohung für Alabama dar?


Um das zu beweisen, zeigt Trump eine offenbar per Hand geänderte Karte auf einer Pressekonferenz.


Die ursprünglichen Prognosen der Experten wurden mit einem schwarzen Stift verändert.


Auf die Frage der Journalisten, woher die Karte stamme, antwortet Trump: "Ich weiß nicht. Ich weiß nicht."


Auf Twitter erntet die künstlerische Betätigung unter den Hashtags #Sharpie und #SharpieGate Hohn und Spott.


Auch einige andere Äußerungen Trumps sorgen in Bezug auf Hurrikan "Dorian" für Verwunderung.


So behauptete Trump, er habe nicht von Warnstufe Kategorie 5 gewusst und fragte seine Experten auch, ob man dem Sturm durch Atombomben beikommen könnte.
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"Sharpie-Gate" heißt die Posse um eine geänderte Wetterkarte, mit der Donald Trump beweisen wollte, dass seine Hurrikan-Warnung für Alabama doch stimmt. Weil ihm überraschend die Wetterbehörde zur Hilfe gekommen war, will die nun den Vorfall untersuchen.

Wird das absurde "Sharpie-Gate" endgültig zum Politikum? Als Donald Trump vor wenigen Tagen warnte, dass der Hurrikan "Dorian" auch Teile des US-Bundesstaats Alabama treffen könne, widersprach er damit der Vorhersage seiner Wetterexperten. Als er darauf vor Journalisten eine offenbar mit einem Edding (in den USA "Sharpie") nachbearbeitete Karte zeigte, auf der Alabama eingekreist war, machte sich Spott breit. Thema erledigt? Nein. Im Gegenteil.

Behörde unterstützt überraschend Donald Trump

Denn obwohl für Alabama nur ein äußerst geringes Hurrikan-Risiko prognostiziert war, eilte die NOAA, die nationale Wetterbehörde der Vereinigten Staaten, plötzlich dem US-Präsidenten zu Hilfe und bestätigte im Wesentlichen dessen Version - allerdings in einer "unsignierten Mitteilung". Danach hieß es plötzlich, das Amt sei angewiesen worden, dem US-Präsidenten auf keinen Fall zu widersprechen. Was ist da passiert?

Hurrikan "Dorian": US-Wetterbehörde will prüfen, warum sie plötzlich Trumps Alabama-Warnung bestätigte

Der amtierende Chef-Forscher des NOAA, Craig McLean, jedenfalls will die Angelegenheit nun untersuchen. In einer E-Mail an Mitarbeiter, die der "Washington Post" vorliegt, kündigt er Nachforschungen an, ob die Trump-bestätigende Antwort gegen Richtlinien der NOAA verstoßen habe. In den Schreiben verteidigt McLean die ursprüngliche Vorhersage (die Alabama nicht in Gefahr sah) und verurteilte den "nicht korrekten Widerspruch" als "politische" Reaktion. "Nach meinem Verständnis ist das eine Einmischung, die nicht auf Wissenschaft beruht, sondern auf externen Faktoren, inklusive Ruf und Auftreten, einfach gesagt: die politisch sind.

"Akzeptiere die Entschuldigungen der Fake News"

Trump hatte per Twitter auf der am 28. August datierten Karte der Regionalbehörde South Florida Water Management Office auf der verschiedene Vorhersagemodelle zusammengestellt waren getwittert - darunter auch einige mit Auswirkungen auf Alabama. Am Fuß der Karte stand allerdings der Hinweis: "Diese Grafik ist eine Ergänzung und ersetzt nicht die Angaben des NHC. Falls irgendetwas auf dieser Karte verwirrt, ignorieren Sie das ganze Produkt." Für Trump dennoch der Beweis dafür, dass er recht hatte: "Ich akzeptiere die Entschuldigungen der Fake News", schrieb er.

nik

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