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Provokation vor Amtsübergabe Frisch gewählte US-Abgeordnete will ihre Waffe mit in den Kongress nehmen

Sehen Sie im Video: Lauren Boebert – US-Politikerin will Schusswaffe im Kongress tragen.






US-Politikerin Lauren Boebert will ihre Waffe auch im Kongress tragen.


Das kündigt die Abgeordnete aus Colorado in einem Twitter-Video an.


„Ich werde meine Waffe in D. C. und im Kongress tragen. Das hat bei den Demokraten und Medien für Empörung gesorgt. Warum? Es ist die Aufgabe des Kongresses, eure Rechte zu verteidigen. Auch den zweiten Verfassungszusatz. Und um genau das zu tun, bin ich hier.“


Ihre Entscheidung, ihre Waffe in der Öffentlichkeit zu tragen, begründet die 34-Jahrige damit, dass sie sich selbst schützen müsse.


Die Waffengesetze in Washington D. C. zählen zu den strengsten des Landes. Das offene Tragen einer Schusswaffe ist verboten. Das verdeckte Tragen ist nur mit einer entsprechenden Genehmigung erlaubt – Genehmigungen aus anderen Bundesstaaten werden nicht anerkannt.


„Für diese Kongressabgeordnete gelten die gleichen Strafen wie für alle anderen, die mit einer Schusswaffe auf den Straßen von D. C. erwischt werden.“ –  Robert Contee, Polizeichef (Quelle: bbc.com)


Eine Verordnung von 1967 befreit Kongressmitglieder von einem Bundesgesetz, dass Schusswaffen auf dem Gelände des Kapitols, dem Sitz des US-Kongresses, verbietet.


Doch in den beiden gesetzgebenden Kammern der USA ist das Tragen von Schusswaffen, trotz dieser Ausnahmeregelung, auch für Kongressmitglieder verboten.


Im Zusammenhang mit dem kontroversen Video äußert ein Sprecher der Politikerin, dass sie während des Drehs keine Waffe bei sich getragen habe.


Aus Kreisen der 34-Jährigen heißt es außerdem, dass Boebert ihre Waffe bei ihrer Arbeit im Kongress nicht bei sich führe. (Quelle: Reuters)


Das Video der Republikanerin wird innerhalb weniger Stunden mehr als 3,9 Millionen Mal aufgerufen.


Bereits in der Vergangenheit sorgt die Abgeordnete aus Colorado mit ihrer Begeisterung für Schusswaffen für Schlagzeilen. In ihrer Heimatstadt „Rifle“ betreibt sie das Restaurant „Shooters Grill“, in dem die Kellnerinnen und Kellner das Essen bewaffnet servieren.
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Die Republikanerin Lauren Boebert will ihre Pistole künftig auch im Kapitol tragen. Das stößt angesichts der angespannten Sicherheitslage in Washington kurz vor der Amtsübergabe von Präsident Donald Trump an Joe Biden auf Widerstand.

Lauren Boebert hat ein Faible für Waffen. In ihrem Heimatort Rifle betreibt sie den "Shooter's Grill", ein Restaurant für schießfreudige Gleichgesinnte, in dem die Bestellung von bewaffneten Servicekräften an die Tische gebracht wird. Außerdem provoziert Boebert gerne, indem sie zum Beispiel mit den QAnon-Verschwörungsmythen sympathisiert.

Insofern verwundert der jüngste Vorstoß der US-Politikerin nicht wirklich: In einem Video auf Twitter kündigt die gerade ins US-Repräsentantenhaus gewählte Abgeordnete an, ihre Waffe auch im Kongress tragen zu wollen.

Bewaffneter Spaziergang durchs Regierungsviertel

Dies ist allerdings verboten, Waffen sind für Kongressmitglieder nur mit Ausnahmegenehmigung in deren Büros erlaubt – und wie der örtliche Polizeichef gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt, gelten für Boebert selbstverständlich die gleichen Gesetze wie für alle anderen im US-Regierungsdistrikt.

Wie Reuters mit Berufung auf eine Assistentin der Politikerin weiter berichtet, trage Boebert die Waffe deshalb im Kongress auch nicht bei sich. Was sie aber nicht davon abhält, sich in dem bereits über vier Millionen Mal geklickten Clip auf ihrer Twitter-Seite auf das "Second Amendment", den umstrittenen zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung, zu berufen.

Lauren Boebert: "Wenn Sie mich in D.C. sehen, sagen sie Hi – bei mir sind Sie sicher"

Dieser untersagt es selbst der Bundesregierung in den USA, den Bürgern das Tragen einer Waffe zu verbieten. Und so spaziert Boebert in dem Video mit verdeckt getragener Pistole durchs Regierungsviertel und behauptet, nur so für ihre eigene Sicherheit sorgen zu können – sie wiege 45 Kilogramm und könne sich schließlich nicht mit ihren Fäusten verteidigen: "Wenn Sie mich in D.C. sehen, sagen sie Hi – bei mir sind Sie sicher."

Die provokante Message kommt insofern zur Unzeit, da in der US-Hauptstadt Ende Januar die Amtsübergabe von Präsident Donald Trump an seinen Nachfolger Joe Biden bevorsteht. Es wird mit zahlreichen Protesten von Trump-Anhängern gerechnet, die dessen Verschwörungstheorien von der manipulierten Wahl immer noch Glauben schenken.

tim

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