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Reaktionen auf Homo-Ehe "Amerika kann stolz auf sich sein"

Das Weiße Haus erstrahlt in den Farben des Regenbogens
Das Weiße Haus erstrahlt in den Farben des Regenbogens
© Michael Reynold, DPA
Ewig haben sich Befürworter der Homo-Ehe in Amerika durch die Instanzen gekämpft. Nun schafft das höchste US-Gericht klare Verhältnisse und erlaubt gleichgeschlechtliche Ehen im ganzen Land. Die Gegner sind sauer.

Homosexuelle in den USA haben das Urteil des Obersten Gerichtes gefeiert, Schwulen und Lesben im ganzen Land das Heiraten zu erlauben. Das höchste Gericht in Washington hatte ihnen am Freitag nach jahrzehntelangem Kampf um Gleichberechtigung ein unbeschränktes Recht auf gleichgeschlechtliche Eheschließungen zuerkannt. Die in 13 von 50 Staaten sowie in Teilen von Missouri bestehenden Verbote müssen damit aufgehoben werden. Präsident Barack Obama bezeichnete das Urteil als "Sieg für Amerika".

Auch Hollywood jubelte nach dem Ja des Gerichts zur Homo-Ehe. "Die Liebe hat gewonnen", freute sich Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres auf Twitter. Sie ist mit der Schauspielerin Portia de Rossi seit 2004 zusammen und seit 2008 verheiratet.  

Oscar- Moderator und Schauspieler Neil Patrick Harris dankte dem Obersten Gericht: "Es ist ein neuer Tag", schrieb Harris auf Twitter und postete auf Instagram ein Bild von sich und seinem Ehemann. Mit David Burtka ist er seit 2010 Vater von Zwillingen.  

Love wins.

Ein von Neil Patrick Harris (@nph) gepostetes Foto am

"Amerika sollte sehr stolz sein", sagte Obama im Rosengarten des Weißen Hauses kurz nach Veröffentlichung des Urteils. Bei seiner Wahl im Jahr 2008 hatte er sich noch gegen die Homo-Ehe ausgesprochen, war vor seiner Wiederwahl im Jahr 2012 aber ins Lager der Befürworter gewechselt.

Farbenfrohe Feierlaune

Das Weiße Haus in Washington wurde in der Nacht zu Freitag durch Scheinwerfer in den Regenbogenfarben erleuchtet. Auch andere Gebäude und Markenzeichen des Landes erstrahlten bunt. 

Die mit fünf zu vier Richterstimmen äußerst knappe Entscheidung des Supreme Court ist der bislang größte rechtliche Erfolg für Schwule und Lesben in den USA. Gleichgeschlechtliche Paare dürften ihr grundlegendes Recht zu heiraten nun frei ausüben. "Nie wieder darf ihnen diese Freiheit verwehrt werden", schrieb Richter Anthony Kennedy stellvertretend für die fünf Befürworter. In ihrer Begründung stützten diese sich auf das im 14. Zusatzartikel zur US-Verfassung verankerte Gleichbehandlungsgebot. Derzeit erlauben 36 Staaten so wie der Bundesdistrikt Washington D.C. die Homo-Ehe.

"Die heutige Entscheidung bestätigt, was Millionen quer durchs Land bereits tief in ihren Herzen wissen. Unsere Liebe ist gleich", sagte Hauptkläger Jim Obergefell. Er hatte sich durch die Instanzen gekämpft, um als Witwer seines im Alter von 48 Jahren gestorbenen Partners John Arthur anerkannt zu werden. Obama rief Obergefell am Freitag an, um zu dem juristischen Sieg persönlich zu gratulieren.

In ihren Gegenstimmen kritisierten die vier unterlegenen Richter die Entscheidung mit deutlichen Worten. "Das Urteil ist in einem Stil abgefasst, der so anmaßend ist wie sein Inhalt egoistisch ist", schrieb Richter Antonin Scalia in seiner abweichenden Begründung. Kritiker kündigten zugleich an, das Urteil mit allen Mitteln anzufechten. "Die heutige Entscheidung ist vollkommen unrechtmäßig", teilte der Verband National Organization for Marriage mit.

Und was ist mit Deutschland?

 Auf Twitter freuen sich viele für die USA - und schämen sich für Deutschland. Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung findet, dass sich Deutschland ein Beispiel an den USA nehmen sollte. "Ich begrüße die Entscheidung des obersten US-Gerichtshofes über die Zulässigkeit gleichgeschlechtlicher Eheschließungen sehr!", sagte Christoph Strässer nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin.

"Ich habe die Hoffnung und Erwartung, dass wir auch in Deutschland zu einer kompletten Gleichstellung zwischen der Lebenspartnerschaft und der Ehe gelangen", fügte Strässer hinzu. Widerstand gegen eine Gleichstellung gibt es vor allem in den Unionsparteien.

kup/DPA

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