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USA: Obama reicht Muslimen die Hand

Charme-Offensive aus dem Weißen Haus: In einem Fernseh-Interview hat US-Präsident Barack Obama der muslimischen Welt eine "Partnerschaft in gegenseitigem Respekt" angekündigt. Zugleich gab sich der mächtigste Mann der Welt bescheiden; in den vergangenen Jahren sei Amerika "nicht perfekt gewesen", doch das sei korrigierbar.

US-Präsident Barack Obama hat sich an die muslimische Welt gewandt und eine "neue Partnerschaft in gegenseitigem Respekt" in Aussicht gestellt. Er wolle kommunizieren, "dass die Amerikaner nicht Ihre Feinde sind", sagte Obama dem arabischsprachigen Sender Al-Arabija. Das Interview wurde am Montagabend (Ortszeit) kurz nach der Entsendung des Nahost-Beauftragten Obamas, George Mitchell, in die Nahost-Krisenregion aufgezeichnet und in Auszügen von US-Medien veröffentlicht. Mitchell wird unter anderem mit der israelischen und der palästinensischen Führung zusammentreffen.

Obama erklärte, "wenn Amerika bereit ist eine neue Partnerschaft [mit der muslimischen Welt] zu initiieren, auf der Basis von gegenseitigem Respekt und gegenseitigem Interesse, dann, glaube ich, können wir einen bedeutenden Fortschritt erzielen." Wie in seiner Antrittsrede sagte Obama weiter, dass er die Hand allen Muslimen reichen wolle, die bereit seien, ihre geballten Fäuste zu öffnen. Allerdings werde er Terroristen verfolgen lassen, die Zerstörung suchten.

Seine Aufgabe sei es zu kommunizieren, dass die USA ein Interesse am Wohlergehen der muslimischen Welt hätten, sagte Obama. "Wir machen manchmal Fehler. Wir sind nicht perfekt gewesen." Aber wenn man auf die Vergangenheit zurückblicke, auf den gegenseitigen Respekt und die Partnerschaft, die Amerika noch vor 30 oder 40 Jahren mit der muslimischen Welt gehabt habe, "gibt es keinen Grund, warum wir das nicht wiederherstellen können".

Im Interview betonte Obama, dass seine Regierung entschlossen auf einen dauerhaften Frieden sowohl zwischen Israel und den Palästinensern als auch zwischen Israel und dessen anderen Nachbarn hinarbeiten wolle. Er zeigte sich optimistisch, dass dieses Ziel erreicht werde, aber es werde Zeit brauchen und ein neues Denken hinsichtlich der Probleme des Nahen Ostens "als ein Ganzes" erfordern. Obama bekräftigte zugleich die amerikanische Unterstützung für Israel, nannte das Land einen "engen Freund" der USA und erklärte, er halte an der Überzeugung fest, dass Israels Sicherheit von höchster Wichtigkeit sei.

Zugleich forderte er Israelis und Palästinenser auf, wieder Friedensverhandlungen aufzunehmen. Beide Seiten befänden sich zurzeit auf einem Weg, der ihnen weder Wohlstand noch Sicherheit bringe, sagte Obama. "Letztendlich können wir den Israelis und den Palästinensern aber nicht sagen, was gut für sie ist. Sie müssen die Entscheidungen selbst treffen."

DPA/Reuters / DPA / Reuters