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Venezuela: Bush-Hasser Chávez wiedergewählt

Mit rund 61 Prozent der Stimmen ist der Linksnationalist Hugo Chávez im Amt des venezolanischen Staatspräsidenten bestätigt worden. Chávez interpretierte seinen Sieg von einer "Lektion für den US-Imperialismus".

Mit einem klaren Vorsprung ist Chávez für eine weitere sechsjährige Amtszeit wiedergewählt worden. Der 52-Jährige erhielt bei den Präsidentschaftswahlen am Sonntag nach ersten offiziellen Teilergebnissen 61,35 Prozent der Stimmen. Der Einheitskandidat der Opposition, Manuel Rosales, liegt dagegen mit 38,39 Prozent weit hinten, teilte die Wahlbehörde CNE. Chávez regiert das südamerikanische Ölland seit 1999.

Schon wenige Minuten nach dem ersten CNE-Bericht trat Chávez auf den Balkon des Regierungspalastes Miraflores im Zentrum von Caracas. Vor tausenden Menschen, die zumeist rote Hemden und rote Mützen trugen, sang der frühere Oberstleutnant die Nationalhymne und schrie danach: "Hoch lebe Venezuela, hoch lebe das venezolanische Volk, hoch lebe der Sieg der sozialistischen Revolution". Trotz Regens sangen und jubelten die Menschen wie bei einem Volksfest.

"Lektion für USA"

Erneut griff Chávez die USA an: "Das war heute wieder eine Lektion für den US-Imperialismus". Venezuela beweise, dass eine neue und bessere Welt möglich sei. Auch in anderen Städten des fünftgrößten Ölproduzenten der Welt gingen die Chávez-Anhänger jubelnd und singend auf die Straßen.

Der Urnengang war trotz einer spannungsgeladenen Atmosphäre ruhig vonstatten gegangen. Die Wahl sei "ordentlich und fröhlich" gewesen, versicherte ein EU-Beobachter. Chávez hatte vor den Wahlen unter anderem vor Sabotageplänen der USA gewarnt und gesagt, er werde private Fernsehsender, die am Wahltag Destabilisierung oder Putschversuchen das Wort redeten, schließen lassen. Die meisten Medien bilden zusammen mit den Traditionsparteien, den meisten Unternehmern und weiten Teilen der Kirche die Opposition. Sie wirft Chávez vor, wie ein Diktator zu regieren.

DPA / DPA
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