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VENEZUELA: Chavez kehrt nach Caracas zurück

Zwei Tage nach seinem Sturz hat der Linksnationalist Hugo Chàvez das Präsidentenamt in Venezuela wieder übernommen, der vom Militär eingesetzter Übergangspräsident trat zurück.

Der am Freitag gestürzte venezolanische Präsident Hugo Chavez ist wieder frei und am Sonntag in die Hauptstadt Caracas zurückgekehrt. Tausende Anhänger begrüßten ihn jubelnd. Wenige Stunden zuvor war der von den Putschisten eingesetzte Übergangspräsident Pedro Carmona am Samstag nach nur einem Tag im Amt angesichts von gewaltsamen Massenprotesten gegen den Sturz von Chavez zurückgetreten.

Etliche Tote bei Demonstrationen

Tausende demonstrierten für die Wiedereinsetzung von Chavez. Bei Auseinandersetzungen sollen mindestens neun Menschen getötet worden sein. Nach dem Rücktritt Carmonas erklärte sich zunächst Vizepräsident Diosdado Cabello zum amtierenden Präsidenten. Er wolle dieses Amt bis zur Rückkehr von Chavez führen, der in der Hauptstadt Caracas zurückerwartet werde, erklärte er.

Militär war uneinig

Carmona war vom Militär am Freitag zum Übergangspräsidenten erklärt worden, nachdem Soldaten Chavez für abgesetzt erklärt und ihn in einer Kaserne unter Arrest gesetzt hatten. Die Einsetzung von Carmona war aber auch im Militär offenbar nicht unumstritten. Einige Generäle sprachen sich gegen ihn aus. Argentinien, Mexiko, Paraguay und Kuba erkannten ihn nicht an. Auch der venezolanische Gewerkschaftsverband, der mit seinen Massenprotesten gegen Chavez dessen Sturz wohl ausgelöst hatte, entzog Carmona seine Unterstützung. Chàvez war nach blutigen Massenprotesten und unter dem Druck des Militärs gestürzt und von Übergangspräsident Pedro Carmona ersetzt worden. Carmona (60), der auch Präsident des Unternehmerverbandes Fedecamaras ist, trat am Samstag nach Protesten von Chàvez-Anhängern und Unzufriedenheits-Bekundungen von Militärs zurück.

Die Unruhen vom Samstag haben nach Angaben von Cabello 40 Menschenleben gefordert. Die protestierenden Anhänger von Chàvez seien von jenen »Kräften« beschossen worden, die auch für die 15 Toten der Massenproteste vom Donnerstag gegen Chàvez verantwortlich seien, sagte Cabello in Caracas. Die Medien in Caracas hätten das verschwiegen. Um welche »Kräfte« es sich dabei handele, sagte er nicht.