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Ukraine-Krise: Ex-Präsident Janukowitsch will in Ukraine zurückkehren

Janukowitsch will in die Ukraine zurückkehren, sobald er die Möglichkeit dazu habe. Seit seiner Flucht habe er darüber nachgedacht eine Bewegung gegen die proeuropäische Regierung zu initiieren.

Ein Jahr nach seinem Sturz hat der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch angekündigt, dass er aus dem Exil in sein Heimatland zurückkehren will. "Sobald ich dazu die Möglichkeit habe, werde ich zurückkehren und alles in meiner Macht Stehende tun, um das Leben in der Ukraine zu verbessern", sagte Janukowitsch in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender Pervy Kanal. Die ukrainischen Streitkräfte und die prorussischen Rebellen tauschten im Osten des Landes unterdessen rund 190 Gefangene aus.

"Wenn Gott mich am Leben gelassen hat, ist es vielleicht, weil er mich noch braucht", sagte Janukowitsch. Er war am 21. Februar 2014 überstürzt aus Kiew geflohen, nachdem zuvor bei Straßenkämpfen auf dem Maidan mehr als hundert Menschen getötet worden waren. Seitdem lebt er im Exil in Russland. "Heute ist das Land zerstört (...), es herrschen Willkür und Ungerechtigkeit in der Ukraine", kritisierte Janukowitsch. Das ganze Jahr sei er "von dem Gedanken verfolgt" worden, sich in der Ukraine an die Spitze einer Protestbewegung gegen die proeuropäische Regierung zu stellen, doch hätten "alle meine Anhänger" abgeraten.

Das Ansehen des Ex-Präsidenten ist seit dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Protestbewegung schwer beschädigt. Weiteren Rückhalt verlor er, als nach seiner Absetzung bekannt wurde, in welchem Luxus er lebte. So besaß Janukowitsch ein stattliches Palais samt Privatzoo und einer großen Autosammlung. Sein Sturz führte zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland sowie zum Aufstand der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine, woher Janukowitsch stammt.

yps/AFP / AFP