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Waffenhilfe: USA liefern Israel neues Radarsystem

Israel erhält von den USA ein neues System, das früher als sonst vor möglichen Raketenangriffen warnt, die etwa aus dem Iran kommen könnten. Würde dort eine Rakete abgefeuert, könnte sie mit dem neuen System bereits nach der Hälfte der Flugzeit erkannt werden.

Die USA haben Israel ein leistungsstarkes Radarsystem geliefert, das früher als bisher vor möglichen Raketenangriffen aus dem Iran warnt. Damit würden erstmals auch US-Soldaten ständig in Israel stationiert, berichteten die israelischen Tageszeitungen am Sonntag unter Berufung auf das zur US-Armee gehörende Internetportal defensenews.com. Danach hätten am vergangenen Sonntag mehr als ein Dutzend Transportflugzeuge das X- Band-Radar sowie 120 US-Soldaten zum Nevatim-Luftwaffenstützpunkt südlich von Beerscheba in der Negev-Wüste geflogen.

Eine israelische Armeesprecherin wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Israel und die USA pflegten seit Jahren eine strategische Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten, sagte sie.

Mit Hilfe des neuen Radarsystem könne beispielsweise eine aus dem Iran abgefeuerte Shahab-3-Raketen bereits auf der Hälfte des elf Minuten langen Fluges nach Israel mit einer Arrow-Rakete abgefangen werden, schreibt die "Jerusalem Post". Das sei sechs Mal schneller als mit dem bisherigen "Green Pine"-Radarsystem. Mit dem System könnten Flugobjekte von der Größe eines Baseballs bereits in einer Entfernung von 4700 Kilometer entdeckt und verfolgt werden.

Israel betrachtet den rund 1500 Kilometer entfernten Iran als die größte Bedrohung für die eigene Existenz. Das neue Radarsystem wurde von der israelischen Presse als "Abschiedsgeschenk" von US-Präsident George W. Bush an Israel gewertet.

Das Internetportal www.defensenews.com, das zur Verlagsgruppe der US-Armeezeitung "Army Times" gehört, hatte bereits am 7. August über entsprechende Pläne zur Lieferung berichtet. Unter Berufung auf den Direktor der US-Raketenabwehrbehörde (MDA), General Henry Obering, hieß es, dass mit dem Radarsystem bei Beschuss mit Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen, Katjuscha-Raketen aus dem Libanon, ballistischen Kurzstreckenraketen, Langstreckenraketen, Marschflugkörpern sowie anderen Gefahren aus der Luft gewarnt werden könne. Das Programm werde von den USA und Israel gemeinsam finanziert und betrieben. Die Radaraufklärung komme nicht nur der israelischen Verteidigung zugute, sondern werde auch von den USA genutzt.

DPA / DPA
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