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Wahlen im Cholera-geplagten Haiti Zwölf Kandidaten fordern Annullierung


Die Präsidentschaftswahl in Haiti knapp elf Monate nach dem verheerenden Erdbeben in dem Karibikstaat ist von Betrugsvorwürfen und Protesten überschattet worden. In der Hauptstadt Port-au-Prince protestierten am Sonntagabend mehrere tausend Menschen, zwölf der 18 Kandidaten forderten eine Annullierung des Urnengangs.

Noch während der Abstimmung haben zwölf der 18 Präsidentschaftskandidaten in Haiti eine Annullierung der Wahl gefordert. Es gebe im ganzen Land massive Fälle von Betrug, erklärten sie in einer gemeinsamen Erklärung am Sonntag. An vielen Wahllokalen in der Hauptstadt Port-au-Prince war es zuvor zu chaotischen Szenen gekommen. Wütende Bürger, die ihre Stimme nicht abgeben konnten, versammelten sich zu Protesten. Ein Wahllokal in einer Schule wurde verwüstet. Die Wahlbehörde sprach von einem "generell guten" Verlauf. Es gebe jedoch einige Probleme, an deren Lösung gearbeitet werde.

Die Parlaments- und Präsidentenwahl steht unter dem Eindruck der Cholera. Täglich sterben Dutzende Haitianer an der Durchfallerkrankung. Insgesamt wurden bislang mehr als 2000 Tote gezählt, Zehntausende sind erkrankt. Zudem leidet der Nachbarstaat der Dominikanischen Republik noch unter den Folgen des massiven Erdbebens im Januar mit mehr als 250.000 Toten. Für die Nachfolge von Präsident Rene Preval, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, gibt es keinen klaren Favoriten.

Reuters/AFP Reuters

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