Washington Offizier verweigert Kriegsdienst im Irak


Leutnant Ehren Watada, 28, wird US-Militärgeschichte schreiben: Er weigerte sich, mit seiner Einheit in den Irak einzurücken, weil er den Krieg für illegal hält. Watada wird nun der Prozess gemacht - im drohen bis zu vier Jahre Haft.

Vor einem US-Militärgericht muss sich erstmals ein Offizier wegen Verweigerung des Kriegsdienstes im Irak verantworten. Begleitet von Protesten hat am Montag in Fort Lewis im US-Bundesstaat Washington der Prozess gegen Leutnant Ehren Watada begonnen. Im Falle einer Verurteilung in allen Anklagepunkten drohen dem Angeklagten bis zu vier Jahre Haft und die unehrenhafte Entlassung aus der Armee. Das Verfahren vor der siebenköpfigen Militärjury wird rund eine Woche dauern.

Der aus dem Bundesstaat Hawaii stammende 28 Jahre alte Offizier hatte sich im Juni 2006 geweigert, mit seiner Infanterie-Einheit in den Irak zu gehen. Der Offizier bot aber an, stattdessen in Afghanistan zu dienen.

"Eid auf die Verfassung"

Watada bestätigte am Montag vor den Militärrichtern seine Begründung, dass er den Krieg für illegal halte. Außerdem warf er der Armee Kriegsverbrechen und der Regierung von US-Präsident George W. Bush Betrug vor. In einem Fernsehinterview verteidigte sich Watada mit den Worten: "Ich habe nicht dem Oberbefehlshaber meinen Eid geschworen, sondern der Verfassung." In Fort Lewis protestierten am Montag Kriegsdienstgegner, darunter auch der Schauspieler Sean Penn. Die Aktivisten verlasen nach Angaben der Tageszeitung "Seattle Times" außerdem einen Unterstützerbrief des südafrikanischen Nobelpreisträgers Bischof Desmond Tutu.

In den vergangenen Monaten hat der Offizier an zahlreichen Anti- Kriegs-Aktionen teilgenommen. Watada ist wie alle US-Soldaten freiwillig in die Armee eingetreten, eine Wehrpflicht gibt es in den USA seit 1973 nicht mehr.


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