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Vorwurf der Verschwendung Ein Riesentisch macht Erdogan Probleme

Qualität hat ihren Preis: Für einen neuen Tisch in seinem Palast hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut der Architektenkammer Ankara umgerechnet 335.000 Euro bezahlt
Qualität hat ihren Preis: Für einen neuen Tisch in seinem Palast hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut der Architektenkammer Ankara umgerechnet 335.000 Euro bezahlt
© DPA
Erst deklariert ein Gericht seinen Palast als Schwarzbau und nun wird der türkische Präsident für einen Tisch im angeblichen Wert von 335.000 Euro kritisiert. Alles Propaganda, sagt Erdogan.

Erneut muss sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Vorwürfen verschwenderischer Extravaganz erwehren: Nach der Kritik an seinem 1150 Zimmer zählenden neuen Präsidentenpalast in Ankara geht es diesmal um einen angeblich gigantisch großen Tisch. Das Möbelstück nutzt Erdogan für den Iftar, das abendliche Fastenbrechen während des Ramadan, gemeinsam mit rund zwei Dutzend Geistlichen.

Auf dem vom Präsidentenbüro veröffentlichten Foto ist Erdogan an dem runden Tisch, der in etwa die Größe eines Squashfeldes hat, nur vage auszumachen. Die Architektenkammer von Ankara, die bereits den rund 500 Millionen Euro teuren Palast kritisiert hatte, bezifferte den Wert des Tisches, der Stühle und verschiedener Dekorationen auf etwa eine Million türkische Lira, umgerechnet 335.000 Euro.

In sozialen Netzwerken rätselten Nutzer bereits, was der Präsident mit der großen Freifläche in der Mitte des Tisches anstellen könnte. Während einige eine ebenso riesige Pizza vorschlugen, regten andere an, auf dem Möbelstück einen traditionellen türkischen Ringkampf auszutragen - Platz dafür sei schließlich reichlich vorhanden.

Präsidentenbüro liefert Gegenbeweis

Erdogan reagierte prompt auf die Vorwürfe. Sie seien reine "Propaganda" und "Verleumdung". Er kenne die Absichten seiner Kritiker und werde vor Gericht gerne vollständig über die Angelegenheit aussagen. Der Tisch sei nämlich aus mehreren kleinen Tischen zusammengestellt. Das Präsidentenbüro lieferte auch einen Videobeweis zur Entkräftung der Vorwürfe: Im Zeitraffer ist dabei zu sehen, wie Palastangestellte die große Tafel aus mehreren kleineren Tischen aufbauen und das Gebilde am Ende mit einer großen Tischdecke beziehen.

jho AFP

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