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Zapatero entlässt sechs Minister: Trinidad Jiménez wird Spaniens neue Außenministerin

Kahlschlag in Spaniens Regierungstruppe: Ministerpräsident Luis Rodríguez Zapatero tauscht gleich sechs Kabinettsmitglieder aus. Unter anderem muss auch Außenminister Miguel Angel Moratinos seinen Hut nehmen: Nachfolgerin wird die bisherige Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez.

Spaniens neue Außenministerin Trinidad Jiménez ist seit vielen Jahren eine enge Vertraute von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Die Andalusierin mit den blond gefärbten Haaren gehört wegen ihrer natürlichen Art zu den Stars im Kabinett. Ihre bisherige Amtsführung als Chefin des Gesundheitsressorts gilt als sehr erfolgreich.

Die Juristin hatte 2009 gleich nach ihrem Einzug ins Kabinett den Kampf gegen die Schweinegrippe organisieren müssen. Später brachte sie ein schärferes Anti-Tabak-Gesetz auf den Weg. Dieses Vorhaben sollte ausgerechnet an dem Tag, an dem Jiménez zur Außenministerin ernannt wurde, seine erste Hürde im Parlament nehmen.

Die 48-jährige Sozialistin hatte 2000 maßgeblichen Anteil daran, dass Zapatero überraschend als Außenseiter zum PSOE-Parteichef gewählt wurde. 2003 kandidierte sie vergeblich für das Bürgermeisteramt in Madrid. Im Wahlkampf ließ Jiménez sich mit Lederjacke auf einem Motorrad ablichten. Das Foto machte sie im ganzen Land bekannt.

Von 2006 bis zu ihrer Ernennung zur Gesundheitsministerin vor anderthalb Jahren sammelte sie Erfahrung in der Außenpolitik: Sie diente ihrem Amtsvorgänger Miguel Angel Moratinos als Staatssekretärin für Iberoamerika. Vor gut zwei Wochen musste sie eine bittere Niederlage in der eigenen Partei hinnehmen. Zapatero hatte Jiménez zur PSOE-Spitzenkandidatin bei den Regionalwahlen in Madrid machen wollen. Die Genossen im Großraum um die Hauptstadt stimmten in einer Urwahl jedoch für ihren Parteichef Tomás Gómez.

DPA / DPA