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"Affäre Wulff": Ein paar letzte Geheimnisse

Für ihre Recherchen waren Heidemanns und Harbusch mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet worden. Jetzt haben die Journalisten über die Verfehlungen des Ex-Bundespräsidenten ein Buch geschrieben.

Die ersten Vorwürfe gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff, die am Ende zum Rücktritt führten, sollen aus seiner engsten Nähe in Hannover in die Öffentlichkeit gelangt sein. Das ist eine der Aussagen des Buches "Affäre Wulff", das die "Bild"- Journalisten Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch jetzt vorgelegt haben. Es ging dabei zunächst um den Privatkredit für Wulffs Eigenheim in Großburgwedel. Zwei Monate, nachdem die ersten Berichte auftauchten, musste Wulff am 17. Februar 2012 zurücktreten.

Ein "deutsches Sittengemälde" nannte der frühere TV-Moderator Ulrich Wickert die gut 300 Seiten aus der Feder von Heidemanns und Harbusch bei der Vorstellung am Mittwoch in Berlin. Die beiden Journalisten waren für ihre Recherchen in der Affäre Wulff mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet worden. Jetzt beschreiben sie detailliert ihre Erkenntnisse zum Kauf des Wulff-Hauses und andere Vorwürfe. "Hinweise auf mögliche Mauscheleien ... kommen auch direkt aus der niedersächsischen Staatskanzlei", heißt es etwa.

Der Anruf bei Kai Diekmann

Einer der Höhepunkte der Affäre ist der Anruf Wulffs auf die Mailbox von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, der in Teilen dokumentiert wird. Auch ein zweiter Anruf bei Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner wird erwähnt. Am Abend des 12. Dezember 2011 geht "Bild" mit der Geschichte in die Öffentlichkeit, obwohl Wulff dies mit seinen Anrufen verhindern wollte.

Am Ende stürzt Wulff nicht über den Kredit, sondern über seine Beziehungen zum Filmunternehmer David Groenewold. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung sind bis heute nicht abgeschlossen.

kgi/DPA / DPA