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"Ethikkommission" Atomausstieg innerhalb von zehn Jahren


Problematisch, aber machbar - so lautet das Fazit der sogenannten Ethikkommission zur Energiewende. Neben dem empfohlenen Ausstieg binnen zehn Jahren im Blickpunkt: Die Suche nach einem Endlager.

Der bis spätestens 2022 angepeilte Atomausstieg erfordert nach Meinung der "Ethikkommission" für die Energiewende eine riesige Herausforderung, ist aber machbar. "Es ist eine gemeinsame große Kraftanstrengung, die vor uns liegt", sagte der Vorsitzende und Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, am Montag nach der Übergabe des Kommissionsberichts an Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Kommission war von Merkel als Antwort auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima eingerichtet worden. Kleiner sagte, es sei eine intensive Arbeit in sehr kurzer Zeit gewesen. Schon vor der offiziellen Übergabe hatte Merkel den Bericht erhalten, in dem ein Ausstieg binnen zehn Jahren empfohlen wird. Er war Richtschnur für die Regierungsentscheidung in der Nacht zu Montag im Kanzleramt.

Unter hohe internationalen Beobachtung

"Wir sind überzeugt, dass das innerhalb eines Jahrzehnts gelingen kann", sagte Kleiner. Der Co-Vorsitzende Klaus Töpfer sagte mit Blick auf den Atomausstieg zu Merkel: "Wir hoffen dass es hilfreich ist, Ihre Entscheidung von gestern Abend gut umzusetzen."

Töpfer betonte, man sei in der Kommission sehr konkret geworden und gebe keine Allgemeinplätze. Es sollte eine rückholbare Lagerung unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen gemacht werden, so Töpfer weiter. Der "Rat der Weisen" empfiehlt, Alternativen zum möglichen Endlager für hoch radioaktiven Müll in Gorleben zu prüfen. Bisher setzen Union und FDP auf eine Erkundung des Salzstocks in Gorleben. SPD und Grüne fordern eine bundesweite Suche. Die Atomindustrie hat in die seit 1977 laufende Gorleben-Erkundung rund 1,5 Milliarden Euro investiert. Es gibt Zweifel, ob der Salzstock sicher genug ist, um hoch radioaktiven Müll dauerhaft in mehr als 800 Metern Tiefe zu lagern.

Matthias Kleiner forderte bei der Energiewende einen Wettbewerb der Ideen. "Wir stehen unter einer hohen internationalen Beobachtung." Das Kommissionsmitglied Miranda Schreurs werde in Kürze die Ergebnisse in Japan und Südkorea vorstellen.

ins/DPA DPA

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