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"Frankfurter Rundschau": "Etliche haben auch Bauchschmerzen"

Bei der hoch verschuldeten "Frankfurter Rundschau" geht man davon aus, dass die SPD-Holding dd.vg noch in dieser Woche endgültig als Retter der linksliberalen Tageszeitung feststeht. Doch viele Redakteure tun sich mit dem neuen Arbeitgeber schwer.

Die Verhandlungen um den umstrittenen Einstieg der SPD-Medienholding dd.vg als Mehrheitsgesellschafter bei der hoch verschuldeten "Frankfurter Rundschau" (FR) nähern sich ihrem Ende. "Wir befinden uns auf gutem Wege", kommentiert dd.vg- Geschäftsführer Jens Berendsen die Gespräche. Bei der "FR" wird davon ausgegangen, dass die SPD-Holding möglicherweise noch in dieser Woche endgültig als Retter des finanziell schwer angeschlagenen linksliberalen Blattes (Auflage: knapp 182 000) feststeht. Allerdings müssen sich die Beschäftigten zugleich auf einen weiteren Personalabbau einstellen.

Schuldenberg von 70 Millionen Euro

Vor fünf Wochen hatten die Karl-Gerold-Stiftung als Eigentümerin der "FR" und die dd.vg (Hamburg) in einer Absichtserklärung Verhandlungen vereinbart, die bis Ende April zum Abschluss gebracht werden sollen. Bei der "Rundschau", deren Verlag und Druckhaus seit Jahren kriseln, hat sich ein Schuldenberg von geschätzten 70 Millionen Euro angehäuft. Mindestens 40 Millionen sollen aus dem Verkauf des FR-Stammsitzes in der Frankfurter Innenstadt kommen. Den Rest soll die dd.vg zuschießen. Nach dpa-Informationen will die SPD-Holding etwa 70 Prozent an der "FR" übernehmen. SPD-Schatzmeisterin Ingrid Wettig-Danielmeier geht davon aus, das die überregionale Zeitung im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreibt.

dd.vg-Geschäftsführer Jens Berendsen sagte, dass mit den Banken weiter über einen Forderungsverzicht verhandelt werde. Als "sehr nahe" werden die Positionen innerhalb der "FR" beschrieben. Dort wird davon ausgegangen, dass die Banken sich zu Zugeständnissen durchringen können. Denn bei einem Einstieg von zwei ebenfalls an einer Übernahme der "FR" interessierten Finanzinvestoren, die als harte Verhandler gelten, dürfte den Banken ein weit höherer Ausfall ihrer Gelder drohen.

Verhandelt wird auch mit der Belegschaft über eine weitere Reduzierung des Personals. Bis Ende dieses Jahres wird die Zahl der Beschäftigten unter 1000 liegen - das sind 40 Prozent weniger als 2002. Die dd.vg will jedoch angeblich nach ihrer Übernahme die Vollzeitstellen auf etwa 780 verringern. Eine Zahl "in dieser Größenordnung" wird von Berendsen bestätigt. Der FR-Betriebsratsvorsitzende Victor Kalla hofft dagegen, den Personalbestand auf 850 halten zu können. Letztlich sitzt die SPD- Medienholding aber am stärkeren Hebel, weil sie auch Wunschpartner der "FR"-Beschäftigten ist: "Es ist die einzige Lösung, die langfristig das Überleben dieser Zeitung sichert", sagt Kalla.

Harte Kritik seitens der Opposition

In den vergangenen Wochen war die SPD-Entscheidung zum Erwerb der "FR" auf harte Kritik von CDU und vor allem der FDP gestoßen. FDP-Chef Guido Westerwelle kündigte an, sich auf dem Gesetzesweg für ein bundesweites Verbot des Kaufs von Zeitungen durch Parteien einzusetzen. "Ich nehme die öffentlich geäußerten Bedenken ernst", sagt dazu "FR"-Chefredakteur Wolfgang Storz. "Aber die dd.vg will mit uns Geld verdienen. Das kann sie nur, wenn sich die "FR" als unabhängige Zeitung am Markt behauptet." Zugleich räumte Storz ein, dass viele Redakteure sich mit der SPD als neuem Arbeitgeber schwer tun würden: "Etliche haben auch Bauchschmerzen."

Die SPD, deren Medienengagement fast so alt wie die Partei ist, engagiert sich heute mit ihrer Holding direkt und indirekt bei zahlreichen Rundfunksendern und regionalen Tageszeitungen. Mehrheiten hat sie allerdings nur bei der in Hof erscheinenden "Frankenpost" (100 Prozent) und der "Neuen Westfälischen" in Bielefeld (57,5 Prozent). Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen ein Ergebnis auf Vorjahresniveau von 9,2 Millionen Euro.

Der Zeitungsexperte Horst Röper vom Dortmunder Formatt-Institut hält den SPD-Einstieg bei der "FR" grundsätzlich für positiv, da das Blatt in der deutschen Zeitungslandschaft "unverzichtbar" sei. Allerdings sei der politisch motivierte Erwerb der Mehrheit bei einer Zeitung ein "Rückfall in alte Zeiten": Erstmals seit Jahren habe die SPD-Medienholding damit ihre betriebswirtschaftlichen Motive aus den Augen verloren. Wie zuvor schon die SPD-Verantwortlichen hält "FR"- Chefredakteur Storz dem entgegen, dass die dd.vg nur vorübergehend die Mehrheit an der "Rundschau" behalten wolle.

Blatt der Lehrer und Studenten

Die überregionale Zeitung gilt wegen ihrer politischen Ausrichtung spätestens seit der Studentenrevolte Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts als Blatt der Lehrer und Studenten. In dieser Zeit hatte die FR, wie sie viele Leser kurz nennen, auch die Funktion einer "Speerspitze der Bewegung". In der Stadt, in der die Vordenker der 68er - Jürgen Habermas, Theodor Adorno und Max Horkheimer - lehrten und die "Frankfurter Schule" entstand, hat die Zeitung eine tiefe Verwurzelung. Das liegt auch daran, dass sie den "Stadtgeist" verkörpert, wie die "Zeit" zum 50. Geburtstag der FR schrieb: das Weltläufige wie das Engstirnige und Beharrende. Sozusagen die Verbindung zwischen Goethe und grüner Soße.

Die FR hat neben ihrer bundesweiten Bedeutung immer auch die Stadt und das Umland mit lokalen und regionalen Nachrichten versorgt. 1945 mit Erlaubnis der amerikanischen Besatzungsmacht von sieben links orientierten Journalisten gegründet, erschien sie im Folgejahr drei Mal in der Woche - mit lokalen Themen. Doch schon 1946 folgte die erste überregionale Ausgabe. Als zweite Lizenzzeitung in Deutschland wurde sie damals den Verkäufern aus den Händen gerissen.

"Unabhängige, linksliberale Tageszeitung"

Karl Gerold, der 1954 Herausgeber, Verleger und Chefredakteur der FR wurde, hat 19 Jahre lang in diesen Funktionen stets die Unabhängigkeit der Zeitung von den Parteien betont. Eine nach ihm benannte Stiftung ist alleinige Eigentümerin des Druck- und Verlagshauses Frankfurt (DuV), in dem die FR erscheint. Und in der Präambel der Verfassung der Stiftung ist festgeschrieben, welchen journalistischen Anspruch jede Ausgabe erfüllen soll, nämlich eine "unabhängige, linksliberale Tageszeitung" zu sein. Dies müsse auch ein Investor akzeptieren, sagt der alleinige Vorstand der Stiftung, Gerhard Zerth.

Thomas Maier/DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.