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Könnte schon am 1. Januar starten Verkehrsminister einig: Nachfolger für 9-Euro-Ticket soll kommen

Auch die S-Bahn in Berlin konnte mit dem 9-Euro-Ticket genutzt werden
Auch die S-Bahn in Berlin konnte mit dem 9-Euro-Ticket genutzt werden. Jetzt soll ein Nachfolger für das beliebte Angebot kommen.
© Christoph Soeder / DPA
Von einem "Gamechanger" war am Rande der Verkehrsministerkonferenz in Bremerhaven die Rede: Das 9-Euro-Ticket soll einen Nachfolger bekommen. Das Angebot könnte schon bald erhältlich sein – es gibt aber noch Fallstricke.

Es soll einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket geben. Das gaben Bundesverkehrsminister Volker Wissing und seine Kolleginnen und Kollegen aus den 16 Bundesländern nach ihrer zweitägigen Konferenz in Bremerhaven bekannt. Erste Details zu dem geplanten Angebot waren bereits vorab durchgesickert – jetzt liegt der Plan auch offiziell auf dem Tisch.

Der Preis für das neue Angebot soll demnach 49 Euro im Monat betragen. Analog zu seinem Vorgänger soll es bundesweit in Bussen, Bahnen und Fähren des Nah- und Regionalverkehrs gültig sein. Es soll im monatlich kündbaren Abo und ausschließlich digital erhältlich sein. "Wir denken, dass das Angebot gerade für viele Pendlerinnen und Pendler eine wirklich Entlastung mit sich bringt", erklärte die Bremer Verkehrssenatorin Maike Schäfer (Grüne) als Vorsitzende der Konferenz.

Starttermin von 49-Euro-Tickets ist offen

"Die Länder stehen in dieser Frage über alle Parteigrenzen hinweg zusammen",  betonte Schaefer. Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) unterstützt das Projekt und sagte eine finanzielle Beteiligung in Höhe von jährlich 1,5 Milliarden Euro des Bundes zu.

Wann das Ticket tatsächlich erhältlich sein wird, steht noch nicht fest. "Schnellstmöglich", versprach Wissing in Bremerhaven, Ziel sei der 1. Januar. Eine Überprüfung des Angebots nach zwei Jahren ist geplant.

Zwei, drei Häkchen bleiben aber auch nach dem Entschluss der Verkehrsministerinnen und -minister noch, vor allem in Sachen Finanzierung.

Die Länder fordern zur Umsetzung des 49-Euro-Tickets über die jährlich 1,5 Milliarden Euro hinaus noch einen Inflationsausgleich und weitere finanzielle Unterstützung zum Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs durch den Bund. "Jetzt liegt der Ball im Spielfeld der MPK", so Schaefer. Die Ministerpräsidentinnen und -präsidentenkonferenz soll für den Vorschlag der Verkehrsressorts noch grünes Licht geben. Wenn die sich nicht einigen, könnte das Ticket auch wieder in Frage gestellt werden.

9-Euro-Ticket war ein großer Erfolg

Der geplante Preis dürfte indes noch für Diskussionen sorgen. Nach Ansicht vieler sind auch 49 Euro pro Monat noch zu viel Geld, um eine soziale Verkehrswende zugunsten des Klimas voranzutreiben: So hatten zahlreiche Verbände, Bürgerinnen und Bürger ein günstigeres Angebot gefordert. Greenpeace sammelte beispielsweise nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Million Unterschriften für ein 29-Euro-Ticket.

Für Kritik dürfte ebenfalls sorgen, dass das Angebot nicht auf Papier erhältlich sein soll.

Das 9-Euro-Ticket war im Juli befristet für drei Monate eingeführt worden, um Bürgerinnen und Bürger angesichts der hohen Kraftstoff- und Energiepreise zu entlasten. Für jeweils neun Euro im Monat ermöglichte es das unbegrenzte Fahren im bundesweiten öffentlichen Personennahverkehr. Es wurde mehr als 50 Millionen Mal verkauft, Abonnentinnen und Abonnenten von Zeitkarten erhielten es automatisch.

Quellen: Pressekonferenz der Verkehrsministerinnen und -minister, Nachrichtenagentur DPA

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