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"FCK AFD"-Sticker auf Selfie: Mann gibt sich als Fan von Beatrix von Storch aus - doch dann veralbert er sie

Die AfD will in Berlin eine Wahlkampf machen. Doch ein paar linke Aktivisten "trollen", wie sie es nennen. Einer hat sich für Beatrix von Storch etwas Besonderes ausgedacht.

Der Aktivist Jürgen Ney und die AfD-Politikerin Beatrix von Storch

Der Aktivist Jürgen Ney und die AfD-Politikerin Beatrix von Storch

Ein linker Aktivist hat sich am Wochenende auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Berlin einen Spaß mit Beatrix von Storch erlaubt. Der Berliner gab sich der AfD-Frau gegenüber als Anhänger aus und bat um ein Selfie. Von Storch willigte ein und stellte sich neben ihn. In letzter Sekunde ließ er dann einen Freund einen Sticker mit der Aufschrift "FCK AFD" ins Bild halten. Es sah so aus, als hielte er den Zettel selbst in der Hand. Die Politikerin entdeckte die Botschaft erst, nachdem das Foto - samt ihres grinsenden Gesichts - geschossen worden war. Sie reagierte nicht amüsiert. "Kurz nach dem Selfie ist Frau von Storch auf mich zugelaufen und hat ein Foto von mir gemacht", berichtet der Aktivist Jürgen Ney dem stern. "Das hat sie dann gestern Abend in den Netzwerken gepostet und mich als Clown betitelt."


Auf ihrer Facebook-Seite beschwerte sich von Storch über "Clowns, die mit über 25 Jahren mit rosa Kreide 'Fuck AfD' vor unsere Stände auf die Straße malen - und bestimmt gegen 'Hatespeech' sind". Tatsächlich haben Ney und einige seiner Begleiter - die er vorher zum "Trollen" herbeigerufen hatte - mit Kreide rund um den AfD-Stand den Boden bemalt. "Wir haben uns bunte Kreide besorgt und rund um den Stand Kreise mit 'Vorsicht AfD' und 'Achtung AfD' geschrieben", sagt Ney. Zuvor habe man bereits Flyer gegen die AfD verteilt. "Dann wollte uns ein Veranstalter dort einen Platzverweis erteilen, weil er meinte, wir wären nicht angemeldet. Dem haben wir einen Vogel gezeigt."

Polizei schickt Aktivisten von AfD-Veranstaltung weg

Nach dem Selfie rückte dann laut Ney die Polizei an. "Die kamen mit drei Einsatzwagen, haben die Kreidezeichnungen fotografiert und Rücksprache mit dem LKA gehalten, ob wir uns strafbar gemacht haben." Die Partei habe aber keine Anzeige erstattet, weil "sie angeblich ihren Wahlkampf fortführen wollten". Die Polizei habe den Männern daraufhin einen Platzverweis erteilt.

Ney ist nach eigenen Angaben viel auf Demonstrationen gegen Rechts und auch im Netz engagiert im Kampf gegen rechtes Gedankengut. Auch wegen Aktionen wie der vom Samstag ist er vorsichtig: "Ich hab seit gestern Abend momentan ungefähr 1200 Freundschaftsanfragen bekommen. Ich nehme aus Sicherheitsgründen keine an. Ich weiß nicht, wer die Leute sind", sagt er dem stern. Sein Profil sei auch nicht öffentlich, "weil ich viele Drohungen aus der rechten Ecke bekomme".

fin