Allianz-Leben-Chef Rupprecht Ertragssteuer auf Lebensversicherung "ungerecht"


Allianz-Leben-Chef Rupprecht: Ertragssteuer auf Lebensversicherung "ungerecht"

Hamburg - Gerhard Rupprecht, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherung in Stuttgart, warnt davor, Erträge aus Lebensversicherungen zu besteuern. "Ich appelliere an die Länder, in einem Vermittlungsverfahren die geplante Bestrafung der privaten Vorsorge zu stoppen", sagte Rupprecht in einem Interview mit dem stern. Am vergangenen Freitag hatte der Bundesrat das Alterseinkünftegesetz, in dem die Steuerpflicht neu geregelt worden war, an den Vermittlungsausschuss überwiesen. Da die Sparer aus bereits voll versteuertem Einkommen in Versicherungen einzahlen würden, bezeichnete Rupprecht eine Ertragssteuer als "ungerecht".

Zugleich forderte Rupprecht mehr Werbung für die private "Riester-Rente". "Das schafft die Branche nicht allein. Wir brauchen eine Kampagne zusammen mit der Politik", so der Allianz Leben-Chef zum stern. Zudem sprach sich Rupprecht für "einheitliche Standards" bei den jährlichen Standmitteilungen der Lebensversicherungen aus. "Zusammen mit einer ebenfalls verbesserten Information über die gesetzliche Rente sollte jeder auf einen Blick erkennen können, wie es um seine Alterversorgung steht".

Eine Absage erteilte Rupprecht dem Vorstoß einiger Lebensversicherungen, künftig Überschussbeteiligungen in Abhängigkeit von der Garantiezinshöhe auszuzahlen. Dabei sollen Kunden, deren Vertrag mit einer hohen Garantie abgeschlossen wurde, weniger Überschuss erhalten, als Kunden die in Niedrigzinsphasen in ihre Lebensversicherung eingestiegen sind. Rupprecht: "Ein Kunde, der 2040 in Rente geht, soll keine völlig andere Auszahlung bekommen als einer, der das 2035 tut."


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