Atomkraftgegner Protest mit 120 Kilometer langer Menschenkette

Die Organisatoren der für Samstag geplanten 120 Kilometer langen Anti-Atom-Menschenkette in Norddeutschland rechnen mit weit mehr als zehntausend Teilnehmern. Man sei zuversichtlich, die Reihen zwischen den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein tatsächlich schließen zu können.

Auf einer Strecke von mehr als 120 Kilometern wollen Atomkraftgegner am Samstag eine Menschenkette bilden. Damit soll gegen eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken protestiert werden. "Eine große Entscheidung wird vorbereitet, aber es gibt keine Debatte darum", sagte BUND-Sprecher Torben Becker am Mittwoch in Hamburg. Schon im Herbst wolle die Regierung mit den Stormkonzernen die Ausweitung der Laufzeiten für Atomkraftwerke beschließen. Es sei an der Zeit, sich einzumischen.

Die Menschenkette soll in Schleswig-Holstein von dem Reaktor in Brunsbüttel über Hamburg bis zu dem Meiler in Krümmel führen. Beide Werke sind derzeit nicht am Netz, da es in der Vergangenheit häufiger Störfälle gegeben hatte. "Ganz konkret geht es auch um die Frage der beiden Atomkraftwerke. Diese gefährlichen Reaktoren sollen nicht wieder ans Netz gehen", sagte Becker weiter.

Zum Stand der Mobilisierung erklärte das Bündnis aus Atomkraftgegnern, Umweltverbänden, Parteien, Gewerkschaften, Künstlern und anderen, dass bereits 200 Busse belegt wären. Drei Sonderzüge aus München, Berlin und Kassel sollen ebenfalls fast vollständig ausgebucht seien. "Wir rechnen mit dem Faktor fünf: eine Person auf fünf Metern", sagte Jochen Stay von der Initiative Ausgestrahlt. Um nach diesem Raster die Kette auf gesamter Länge zu schließen, würden 24.000 Menschen benötigt.

APN/DPA DPA

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