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Niedersachsen-Wahl: Augenarzt soll halbblinder Frau AfD-Formular vorgelegt haben

Schwerer Vorwurf gegen einen Augenarzt in Niedersachsen: Der Mann soll einer durch Augentropfen halbblinden Frau ein AfD-Unterstützerformular vorgelegt haben. Die Frau weigerte sich aber zu unterschreiben. Der Arzt bestreitet die Anschuldigungen.

Ein AfD-Wahlplakat

Die Vorwürfe gegen den Augenarzt, der auch AfD-Lokalpolitiker, ist, wiegen schwer

Ein Fall, der sich in einer Arztpraxis in Bad Pyrmont zugetragen haben soll, schlägt hohe Wellen. Dort soll ein Augenarzt, der auch -Kommunalpolitiker ist, einer 78-jährigen Patientin nach der Behandlung ein Formular vorgelegt haben mit der Bitte, es zu unterschreiben. Das Problem: Die Patientin konnte nur unscharf sehen, weil der Arzt ihr, wie es bei vielen Untersuchungen üblich ist, Augentropfen verabreicht hatte. Aber die Patientin verweigerte die Unterschrift und nahm das Formular mit nach Hause. Dort stellte sie später fest, dass sie fast eine Unterschriftenliste für die AfD zur Landtagswahl unterschrieben hätte. Da die AfD bislang nicht im Landtag vertreten ist, brauchte sie mindestens 2000 Unterschriften für eine Zulassung.

Die Patientin erzählte ihrer Schwiegertochter von dem Vorfall - und die zeigte den Arzt an, wie die "Deister- und Weserzeitung" berichtete. Denn die Schwiegertochter sitzt für die CDU im Rathaus von Bad Pyrmont und war empört über das angebliche Vorgehen des Arztes. Sie informierte zudem die Landeswahlleiterin. Die Staatsanwaltschaft in Hannover ermittelt jetzt wegen des Vorwurfes der Täuschung.

Arzt weist die Vorwürfe zurück

Die -Ratsfrau ist überzeugt, dass der Arzt den getrübten Blick ihrer Schwiegermutter für seine politischen Zwecke ausnutzen wollte. "Unterschreiben Sie einfach. Den Rest fülle ich schon aus", soll der Mediziner laut Schwiegertochter zur alten Dame gesagt haben.

Der Arzt weist die Vorwürfe zurück. Gegen ihn sei eine Kampagne gestartet worden, sagte er gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Er habe mittlerweile Strafanzeige wegen Verleumdung und Rufmord gestellt. Er würde sein Renommee als Arzt doch nicht auf solche Art und Weise aufs Spiel setzen, sagte er.

Für die Zulassung der AfD zur Landtagswahl spielte der Fall keine Rolle. Die Rechtspopulisten kamen auch ohne die Unterschrift der 78-Jährigen auf 2000 Stimmen.