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CDU-Abgeordnete Kudla: Sie sprach von "Umvolkung" - nun verwüsten Unbekannte ihr Büro

Die Fenster eingeworfen, die Fassade mit Teer beschmiert: Auf das Leipziger Büro der CDU-Abgeordneten Bettina Kudla ist ein Anschlag verübt worden. Hintergrund dürften umstrittene Äußerungen Kudlas sein.

Bettina Kudla, CDU-Bundestagsabgeordnete, steht vor ihrem mit schwarzer Farbe beschmiertem Büro in Leipzig

Auf ihr Büro wurde ein Anschlag verübt: CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla

Unbekannte Täter haben einen Anschlag auf das Büro der umstrittenen CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla in Leipzig verübt. In der Nacht zum Dienstag seien vier Fensterscheiben des Abgeordnetenbüros eingeschlagen worden, sagte eine Polizeisprecherin und bestätigte einen entsprechenden MDR-Bericht. Außerdem sei die etwa 40 Quadratmeter große Außenfassade großflächig mit Teer beschmiert worden. Auch drei vor dem Büro geparkte Autos seien mit Teer beschmiert worden. Bereits am Montagabend hätten Unbekannte versucht, in das Büro der CDU-Politikerin einzubrechen, sagte ein Polizeisprecher. Beamte fanden Einbruchspuren an der Tür.

Der Polizeisprecherin zufolge hatte ein Zeuge den Anschlag beobachtet. Dessen Angaben zufolge handle es sich um vermutlich drei Täter, die vermummt gewesen seien. Einer der Täter habe einen Helm getragen. Kudla hatte für Empörung gesorgt, weil sie den Nazi-Begriff "Umvolkung" in der Debatte über die Flüchtlingskrise benutzt hatte.

Innenminister nennt Pegida "Hass-Sekte"

Derweil bezeichnete Sachsens Innenminister Martin Dulig (SPD) die Pegida-Bewegung nach den Ausschreitungen während der Feiern zum Tag der deutschen Einheit in Dresden als "Hass-Sekte". "Pegida hat die Maske fallen lassen. Es ist eine Hass-Sekte mit ihrem Hassprediger an der Spitze", sagte Dulig Montagabend im MDR. Mit dem "Hassprediger" meinte Dulig Pegida-Gründer Lutz Bachmann.

Die Einheitsfeiern in der sächsischen Hauptstadt Dresden waren am Montag von pöbelnden Demonstranten überschattet worden, die unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschimpften.

tkr / AFP / DPA