Bischoff Mixa "Würde der Frau wird verletzt"


Der katholische Bischoff Walter Mixa legt bei seiner Kritik an Familienministerin Ursula von der Leyen nach: Der geplante Ausbau der Krippenplätze sei "inhuman und verletze die Würde der Frau". Was halten Sie von Mixas Äußerungen?

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat seine Kritik an der Politik von Familienministerin Ursula von der Leyen verteidigt. Er verwies darauf, dass die CDU-Politikerin die Anzahl der Krippenplätze auf 750.000 aufstocken wolle. Damit werde "angezählt", dass 70 bis 80 Prozent der Frauen nach der Geburt des Kindes wieder voll in den Arbeitsprozess einträten. "Das halte ich nicht für richtig. Das ist für meine Begriffe gegen die Würde der Frau", sagte Mixa am Dienstagabend in den "Tagesthemen".

Frauen dürften nicht dazu gedrängt werden, Kinder zur Welt zu bringen, diese maximal ein Jahr zu betreuen und dann wieder in die Industrie zurückzukehren. Die Erziehung und die Betreuung der Kinder müsse in den ersten Lebensjahren "so weit, wie es möglich ist," in der Familie angesiedelt sein, fügte Mixa hinzu. Der katholische Bischof unterstrich, ihm gehe es mit seinen kritischen Äußerungen nicht darum, irgendjemanden zu verletzen, "sondern darum, deutlich herauszustellen, hier dürfen wir keine falschen Wege einschlagen". Er selbst fördere in seinem Bistum 1400 Krippenplätze und mehr als 430 Kindergärten mit Tagesbetreuung.

An Ostern hatte Mixa die Politik von der Leyens als zutiefst unsozial und familienfeindlich bezeichnet. Ihre Pläne seien gesellschaftspolitisch verfehlt und in hohem Maße ideologiegeleitet. Bereits vor einigen Wochen hatte der Bischof davor gewarnt, Frauen würden durch die Pläne von der Leyens zu Gebärmaschinen degradiert.

Schadensbegrenzung von Lehmann

Unterdessen zeigte sich die in Bad Waldsee bei Ravensburg tagende Deutsche Bischofskonferenz bemüht, den Krippen-Streit nach den erneuten Attacken von Bischof Walter Mixa nicht eskalieren zu lassen. Nach den Worten ihres Vorsitzenden Kardinal Karl Lehmann stehen die Bischöfe mehrheitlich hinter den Ausbau-Plänen. "Die Differenzen sind nicht so groß." Mixas Kritik an den Krippen-Plänen der Bundesfamilienministerin sei "eine Stimme unter den 27 (Diözesen)".

Streit um Finanzierung

Bei der Finanzierung der Kinderkrippen-Pläne von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht der großen Koalition ein heftiger Streit ins Haus. Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Johannes Singhammer (CSU), kündigte am Dienstag an, er wolle den angestrebten Bundeszuschuss für die Kleinkinderbetreuung von einer gleichzeitigen Erhöhung des Kindergeldes für alle Zwei- und Dreijährigen abhängig machen. Dabei strebe er einen Zuschlag von 50 Euro monatlich an, um diejenigen Eltern nicht zu benachteiligen, die ihr Kleinkind zu Hause selbst betreuen, sagte Singhammer am Dienstag der dpa in Berlin.

Die SPD will dagegen die benötigten rund vier Milliarden Euro pro Jahr durch Etatumschichtungen bei Bund, Ländern und Kommunen erwirtschaften - unter anderem auch durch Abschläge beim Ehegattensplittung für Begüterte und durch einmaligen Verzicht auf eine Kindergelderhöhung. Der Krippenausbau ist Thema der Koalitionsrunde am 16. April in Berlin.

Reuters/DPA DPA Reuters

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