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Bisherige Kandidatinnen: Frau nach Rau?

Laut einer Umfrage wünschen sich 39 Prozent der Deutschen bei der Wahl des neuen Bundespräsidenten eine Frau als Staatsoberhaupt. Fünf Frauen haben sich bislang um das höchste politische Amt beworben - jedoch vergeblich.

39 Prozent der Deutschen wünschen sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid bei der Wahl des neuen Bundespräsidenten am 23. Mai eine Frau als Staatsoberhaupt. Besonders FDP-Anhänger (57 Prozent) sprechen sich für eine Bundespräsidentin aus. Mit 39 Prozent ist die Zustimmung zu einer Frau bei den CDU/CSU- Sympathisanten am geringsten (SPD: 46 Prozent, Grüne 41 Prozent). Jedem zweiten Bundesbürger ist es egal, ob der nächste Bundespräsident ein Mann oder eine Frau wird. Die Meinungsforscher befragten Anfang Januar dieses Jahres 1001 Bundesbürger für die TV-Zeitschrift "Bildwoche", die die Studie veröffentlichte.

Fünf Frauen haben sich bislang - vergeblich - um das Amt des Bundespräsidenten beworben. Bei vier Wahlen traten Männer gegen Frauen an. Der amtierende Bundespräsident Johannes Rau hatte bei seiner Wahl 1999 gleich zwei weibliche Kandidaten gegen sich.

Renger unterliegt Carstens

1979 unterlag die SPD-Politikerin Annemarie Renger im ersten Wahlgang mit 431 Stimmen dem von der CDU aufgestellten Kandidaten Karl Carstens (528 Stimmen).

1984 setzte sich Richard von Weizsäcker (CDU) im ersten Wahlgang mit 832 Stimmen gegen die von den Grünen nominierte Luise Rinser durch.

1994 trat die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher gegen Roman Herzog (CDU), Johannes Rau (SPD), den parteilosen Jens Reich und den Republikaner Hans Hirzel an. Hamm-Brücher landete in den ersten beiden Wahlgängen auf Platz drei und gab auf. Im dritten Wahlgang wurde Herzog mit 696 Stimmen gewählt.

Achtungserfolg für Schipanski

1999 benötigte Johannes Rau bis zu seiner Wahl zwei Durchgänge. Gegen die von der Union nominierte Physikerin Dagmar Schipanski und die von der PDS vorgeschlagene Theologin Ute Ranke-Heinemann erreichte er im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit. Im zweiten Wahlgang reichten Rau 690 Stimmen. Schipanski erzielte mit 572 Stimmen einen Achtungserfolg.

DPA