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BND soll Clinton abgehört haben: CSU-Politiker vermuten Retourkutsche der USA

Hat der BND Handygespräche von Hillary Clinton abgefangen? Koalitionspolitiker und Geheimdienstexperten reagieren mit Vorsicht. Dennoch muss sich der deutsche Geheimdienst unangenehmen Fragen stellen.

Der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl hat Aufklärung hinsichtlich des mutmaßlichen Abhörens eines Telefonats von Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton durch den Bundesnachrichtendienst (BND) gefordert. "Der BND muss zu den Vorwürfen im Kontrollgremium für die Geheimdienste Stellung nehmen", sagte Uhl der "Bild"-Zeitung vom Samstag. Er halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass der BND tatsächlich Clintons Mobiltelefon abgehört habe. Er sei "misstrauisch", was entsprechende Berichte betreffe. Mit Blick auf die gemeinsamen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR. Es sei zu erwarten gewesen, dass US-Dienste versuchten, nach der NSA-Abhöraffäre eine Retourkutsche gegen den BND zu fahren, so Uhl. Der BND müsse aber nun zu den Vorwürfen im parlamentarischen Kontrollgremium für die Geheimdienste Stellung nehmen.

Auch ein US-Geheimdienstmitarbeiter reagierte skeptisch. "Die Gespräche des Außenministers werden genauso verschlüsselt wie die des US-Präsidenten", sagte er der "Bild"-Zeitung. Möglicherweise seien "Clintons Aussagen auf einer unsicheren Leitung abgefangen" worden.

Der Vize-Vorsitzende der Linksfraktion, Jan Korte, sagte "Handelsblatt Online", der BND sei "offenkundig zu einem Staat im Staate geworden". Die "Kontrolldefizite" seien "offenbar gewaltig". Der Vorfall müsse im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags für die Kontrolle der Geheimdienste und im Innenausschuss aufgeklärt werden.

ono/AFP/Reuters / Reuters