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Bundesfinanzminister Schäuble macht seine Steuererklärung am Computer


Für viele Deutsche ist die Steuererklärung ein alljährlicher Graus. Bundesfinanzminister Schäuble macht es quasi mit links. Der gelernte Wirtschaftsprüfer erledigt das Ganze in solider Heimarbeit.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lässt seine Steuererklärung nicht von Beratern erledigen, sondern erledigt sie mithilfe des Softwareprogramms Elster selbst am Computer. "Ich habe ja mal in der Steuerverwaltung gearbeitet", sagte Schäuble der "Bild"-Zeitung. "Deshalb fällt es mir vielleicht etwas leichter." Insgesamt benötige er für die Erklärung ungefähr zwei Stunden. "Ich mache das meistens an Ostern oder Pfingsten", sagte der CDU-Politiker dem Blatt. "Ich will mein Finanzamt ja nicht in die Verlegenheit bringen, den eigenen Finanzminister zu mahnen, weil er die Abgabefrist am 31. Mai nicht eingehalten hat." Seine steuerlichen Verhältnisse bezeichnete Schäuble als "überschaubar".

Sonderausgaben, Spendenquittungen, fertig

Zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit und sonstigen Einkünften als Bundestags-Mitglied, den sogenannten Abgeordneten-Diäten, kämen noch Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie Vermietungen und Verpachtungen, da er gemeinsam mit seinem Bruder ein Haus in Leipzig gekauft habe. Alle benötigten Daten dazu bekomme er von seiner Bank, "dann muss ich nur noch meine Sonderausgaben und Spendenquittungen zusammenstellen - und fertig". Die mehrfach diskutierte Idee einer vereinfachten Steuererklärung im Bierdeckel-Format tat Schäuble als "Illusion" ab, da hierfür alle Ausnahmen im Steuerrecht gestrichen werden müssten. "Es gäbe einen Aufstand der Nachtarbeiter und Pendler, wenn ihnen die Steuerfreiheit der Nachtzuschläge oder die Pendlerpauschale gestrichen würde", sagte er der "Bild".

Außerdem wären Spenden dann auch nicht mehr absetzbar, weshalb viele Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz ihre Arbeit stark einschränken oder ganz aufgeben müssten. Dass Steuererklärungen in Deutschland zu kompliziert seien, vermag Schäuble nicht zu erkennen: "Das kann jeder Steuerzahler im Normalfall hinkriegen."

ins/AFP AFP

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