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CDU: Irak-Politik: Merkel kriegt Druck aus den eigenen Reihen

Merkels "vorbehaltlose Unterstützung der USA" sorgt inzwischen auch für Unmut in den Reihen der eigenen Partei.

Unions-Politiker haben CDU-Chefin Angela Merkel zu einem Kurswechsel in der Irak-Politik aufgefordert. Der langjährige außenpolitische Sprecher der CDU, Karl Lamers, kritisierte Merkel scharf: "Ich verstehe Angela Merkel nicht, dass sie sich so vorbehaltlos an die Amerikaner hängt. So werden wir ein passives Anhängsel, nicht Subjekt politischen Handelns", sagte Lamers der "Rheinischen Post".

Gauweiler: "Darf keine Ja-und-Amen-Beziehung sein"

Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler monierte, das Verhältnis der Union zu den USA dürfe "keine unkritische Ja-und-Amen-Beziehung" sein. Gauweiler verwies in der "Bild"-Zeitung darauf, dass die Wähler und Anhänger der Union "entsetzt über die Unfähigkeit des amtlichen Washington" seien und somit kein Verständnis für die Haltung Merkels und anderer führenden Unions-Politiker hätten.

Meyer und Koch verteidigen Merkel

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer verteidigte Merkel gegen die Vorwürfe. Auch die CDU-Chefin tue "sich sehr schwer damit", betonte Meyer im ZDF-"Morgenmagazin". Merkel eine strikt pro-amerikanische Haltung vorzuwerfen, wie Lamers es tue, sei aber falsch. Dass es in einer Volkspartei wie der CDU verschiedene Meinungen zum Thema Krieg gebe, sei völlig normal. Alle hätten dabei "Riesenbauchschmerzen", erklärte Meyer.

Auch Hessens Ministerpäsident Roland Koch stellte sich erneut hinter die CDU-Chefin. "Ich glaube, dass es historisch richtig ist, zu signalisieren, dass nicht ganz Deutschland vergessen hat, was wir in den letzten 50 Jahren mit Amerika zusammen getan haben", sagte Koch im Deutschlandfunk.

DPA