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CHRONOLOGIE: Die spektakulärsten Fluchtversuche

Immer wieder haben waghalsige DDR-Bürger versucht, über Mauer und Stacheldraht nach West-Berlin zu flüchten - durch Tunnel, mit Autos, Schiffen, Flugzeugen oder auch nur Leitern.

Immer wieder haben waghalsige DDR-Bürger versucht, über Mauer und Stacheldraht nach West-Berlin zu flüchten - durch Tunnel, mit Autos, Schiffen, Flugzeugen oder auch nur Leitern. In manchen Fällen gelang das Unternehmen. Andere Flüchtlinge wie Chris Gueffroy, einer der letzten Mauertoten, zahlten mit dem Leben:

5. Dezember 1961: Mit einer Dampflok und mehreren Waggons durchbrechen sechs Männer, zehn Frauen und sieben Kinder den Ost- Bahnhof Albrechtshof und setzen sich nach Spandau ab.

24. Januar 1962: Vom Keller eines Grenzhauses flüchten 28 Menschen durch einen Stollen unter der Oranienstraße in den Westen - eine der ersten von etwa einem Dutzend geglückter Tunnelfluchten.

8. Juni 1962: 14 Ost-Berliner kapern auf der Spree ein Fahrgastschiff und überqueren im Kugelhagel den Fluss.

17. August 1962: Der 18 jahre alte Bauarbeiter Peter Fechter wird beim Versuch, die Mauer an der Zimmerstraße zu

überwinden, durch Schüsse von Grenzposten tödlich verletzt. Die West-Berliner Polizei muss mehr als eine Stunde lang ohnmächtig zusehen, wie der junge Mann verblutet.

26. Dezember 1962: Maschinengewehrsalven können einen gepanzerten Bus nicht stoppen, der am 2. Weihnachtstag mit zwei Familien durch den Kontrollpunkt Drewitz/Dreilinden rast.

5. Oktober 1964: 57 Männer, Frauen und Kinder kriechen durch einen etwa 150 Meter langen Tunnel zwischen der Strelitzer Straße und der Bernauer Straße in Wedding. Ein Grenzsoldat wird erschossen. Zu den Fluchthelfern gehört der spätere Astronaut Reinhard Furrer.

29. Juli 1965: Vom Dach des Hauses der Ministerien schwebt eine Familie aus Leipzig mit einer selbstgebastelten Seilbahn über die Mauer in den Bezirk Kreuzberg. Dort hatten Helfer das Tau verankert.

29. August 1986: Drei Ost-Berliner durchbrechen gegen Mitternacht mit einem kiesbeladenen Laster die Sperren am Checkpoint Charlie.

Der letzte Mauertote

5. Februar 1989: Neun Monate vor dem Fall der Mauer wird Chris Gueffroy (20) rücklings von Grenzwächtern erschossen. Er hatte versucht, die Sperranlagen zum West-Bezirk Neukölln zu überwinden.

8. März 1989: Der letzte, dem die Grenze zum Verhängnis wird, ist der 32-jährige Winfried Freudenberg aus Prenzlauer Berg. Mit einem selbst gebastelten Gasballon stürzt er in Zehlendorf in den Tod.

26. Mai 1989: Vor dem Reichstagsgebäude im Westen landen zwei Leichtflugzeuge mit einem 34 Jahre alten Flüchtling und seinen Helfern.