Claudia Roth "Grüne lassen sich nix diktieren"


Ein Linksbündnis in Hessen? Kein Problem für die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth - aber nur wenn die Bedingungen stimmen. Im stern.de-TV-Interview "Café Einstein" äußert sich Roth auch zum Wahlkampf in Bayern. Stolze "Zehn Prozent plus X" sollen die Grünen reinholen.
Von Hans Peter Schütz

Die grüne Bundesvorsitzende Claudia Roth bejaht in Hessen eine von der Linkspartei tolerierte rot-grüne Koalition. Allerdings nur unter klaren Bedingungen. Im Gespräch mit stern.de im Berliner Café Einstein forderte sie, "dass die SPD erst einmal beweist, dass sie ihren Laden zusammen hält." Außerdem müsse gesichert sein, "dass die Linkspartei klare, verbindliche Zusagen macht."

"Aber eins machen die Grünen sicher nicht," betonte Roth nachdrücklich, "sie machen kein Himmelfahrtskommando mit und sie lassen sich auch nicht von irgend jemanden etwas diktieren." Auf keinen Fall würden die Grünen akzeptieren, dass die Linkspartei sich "hinstellt und sagt, die und die und die Personen, die suchen wir raus". Wenn es keine stabile Unterstützung für einen rot-grünen Politikwechsel gebe, werde es zu keiner Koalition kommen.

"Zehn Prozent plus X"

Mit Blick auf die Landtagswahl in Bayern griff die bayerische Bundestagsabgeordnete die CSU und ihren Ministerpräsidenten Günther Beckstein scharf an. Im Gegensatz zur CDU komme mit der CSU auf keinen Fall eine Koalition in Frage. Zum einen sei die CSU der größte Lobbyist für Atomenergie im Lande. In der Gesellschaftspolitik rede Beckstein inzwischen außerdem nicht mal mehr von deutscher Leitkultur. "Jetzt redet er von christlicher Leitkultur", sagte Roth. Sie unterstütze die Christen, "aber es gibt Juden, Moslems, es gibt Menschen, die nicht religiös gebunden sind." Roth geht davon aus, dass ihre Partei in Bayern ein Ergebnis von zehn Prozent plus X erreichen kann.


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