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Gesundheitssystem überlastet "Lage ist ernst": Landkreise in Bayern beschließen strengere Corona-Maßnahmen

Eine Frau trägt eine FFP2-Maske vor einem Geschäft in Rosenheim (Bayern)
Eine Frau trägt eine FFP2-Maske vor einem Geschäft im bayerischen Rosenheim
© Christof STACHE / AFP
Mehrere Landkreise in Bayern verschärfen ihre Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Das regionale Gesundheitssystem sei überlastet, dringend notwendige Operationen in Gefahr. 

Angesichts stark steigender Corona-Neuinfektionen und Behandlungsfällen von Covid-19-Patienten in den Kliniken der Region haben sich mehrere Landkreise in Bayern auf strengere Maßnahmen im Kampf gegen das Virus verständigt.

Zu den verschärften Regeln, die ab dem 1. November in Kraft treten sollen, gehören eine FFP2-Maskenpflicht sowie eine 2G-Regelung für Clubs und Diskotheken. Das teilten die Landkreise Mühldorf, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land und Miesbach sowie die Stadt und der Landkreis Rosenheim in einem gemeinsamen Statement mit

Coronakrise in Bayern: "Unser regionales Gesundheitssystem ist überlastet!" 

"Die Lage in unserem Landkreis und im umliegenden südlichen Bayern ist ernst", wird Miesbachs Landrat Olaf von Löwis (CSU) zitiert. "Unser regionales Gesundheitssystem ist überlastet!" So seien etwa im Krankenhaus in Agatharied alle Covid-19-Betten belegt, die Intensivstation voll. "Im gesamten Rettungszweckverband gibt es kein Intensivbett für Covidpatienten mehr", so der Landrat. 

Dringend notwendige Operationen seien in Gefahr. Nun gelte es, "die Kurve der vierten Welle gemeinsam zu brechen." Von Löwis rief Veranstalter und Besucher auf, geplante Großveranstaltungen zu überdenken. Die nun beschlossenen Zusatzmaßnahmen seien dabei "nur ein Puzzleteil". "Es bedarf der Eigenverantwortung jedes Einzelnen, um die vierte Welle zu brechen!", wird der CSU-Politiker zitiert.

Die verschärften Bestimmungen sehen vor, dass ab Montag in allen Bereichen, wo bisher die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske galt, nun das Tragen einer FFP2-Maske obligatorisch wird. Dazu zählten etwa Supermärkte, Freizeiteinrichtungen und der öffentliche Personennahverkehr. Ausgenommen von dieser Pflicht seien hingegen Schulen und der Arbeitsplatz.

Darüber hinaus gelte künftig eine 2G- statt 3G-Regelung für Clubs, Diskotheken und vergleichbare Lokalen. Dort solle nur noch Geimpften und Genesenen (2G) Zugang gewährt werden. Negativ auf das Coronavirus getestete Personen (3G) müssten damit draußen bleiben. Das Personal sei von der Regelung ausgeschlossen. Die Allgemeinverfügung gelte bis einschließlich 24. November.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden etwa in der Stadt und dem Landkreis Rosenheim 1129 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen registriert, der Sieben-Tage-Inzidenzwert liege derzeit bei 431,4. Im angrenzenden Miesbach liegt der Wert bei 567,0. 

Bundesweit ist die Sieben-Tage-Inzidenz erneut gestiegen. Das RKI gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 139,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 130,2 gelegen, vor einer Woche bei 95,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI laut aktuellem Lagebericht binnen eines Tages 24.668 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 19.572 Ansteckungen gelegen.

Quellen:Landkreis Miesbach, Landratsamt Miesbach, Robert Koch-Institut (RKI)

fs

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