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Wahlkampfslogan gekapert CSU versucht, den PR-Coup der SPD wieder wettzumachen - und blamiert sich wieder

Nachdem die SPD den Wahlkampfslogan der CSU gekapert hat, versuchen die Christsozialen sich nun an einem Gegenschlag. Doch der geht mächtig nach hinten los. 

Der SPD in Bayern ist mit einem PR-Gag ein echter Coup gelungen. Die CSU hatte nämlich vergessen, sich im Netz den eigenen Wahlkampfslogan "Söder macht's" zu sichern. Diese einmalige Chance ließen sich die Sozialdemokraten nicht entgehen und sicherten sich sowohl die Domain "soeder-machts.de" als auch die entsprechenden Facebook- und Twitter-Kanäle gleich dazu. Dort erzählte die SPD, was der Söder aus ihrer Sicht so alles macht. Und das ist natürlich nichts Gutes. "Am Ende des Schuljahres Tausende angestellte Lehrerinnen und Lehrer entlassen" etwa. Oder "ertrinkende Menschen im Mittelmeer als Asyltouristen bezeichnen".

Der Schlag saß. Erwartungsgemäß konnten die CSU-Leute das nicht auf sich sitzen lassen und dachten sich wohl, was die Sozis können, können wir schon lange. Und so sicherte sich das Team Söder gleich mehrere Web-Adressen, in denen der Name der SPD-Spitzenfrau Natascha Kohnen vorkommt: "nataschakohnen.bayern","kohnen-plus.de"  - und, um noch eins draufzusetzten "derechtesoedermachts.de". Hinter den Adressen findet man allerdings nichts über die SPD-Frau, sondern schlicht das Regierungsprogramm des Ministerpräsidenten, das als PDF auf die Website der CSU hochgeladen wurde.

Netz bescheinigt CSU "null Kompetenz in digitaler Kommunikation"

Ziemlich einfallslos, befindet das Netz. Während die Aktion der SPD als originell und witzig empfunden wurde, wirkt der Gegenschlag der CSU auf die meisten nun abgedroschen. 

"Wird wohl nen Klassiker für Verschlimmbessern im Bereich PR werden: SPD klaut "soedermachts", CSU-Strategen wollen zum Gegenangriff übergehen und ihnen fällt dazu tatsächlich #derechtesoedermachts ein und vermutlich 90% der Leute lesen nur der rechte Söder macht’s - großer Sport", schriebt etwa ein Nutzer.

Ein anderer Nutzer bemerkt, dass es nicht gerade von digitaler Kompetenz zeugt, wenn man sich nichts besseres einfallen lassen kann, als eine PDF-Datei ins Netz zu stellen. "Unfassbar bitter, wie die CSU verdeutlicht, dass sie null Kompetenz in digitaler Kommunikation hat. Erst Domain der Kampagne nicht gesichert, dann verweist eine neue Domain auf ein PDF und dann auch dieser Steilvorlagen-Hashtag". Gemeint ist der Hashtag #derechtesoedermachts. 

Die CSU hat ihren PR-Gag auch nicht ganz zu Ende gedacht. Die Christsozialen haben sich zwar die Domain "derechtesoedermachts.de" gesichert, jedoch nicht den dazugehörigen Twitter-Account. Das hat sich ein Spaßvogel gleich zu Nutze gemacht und legte den Twitter-Account @derechtesoeder an. Nun treibt er im Namen von des bayerischen Ministerpräsidenten ulkige Späßchen.

Mittlerweile hat die CSU auch gemerkt, dass sie sich mit der Aktion keinen Gefallen getan hat. Die Domain "derechtesoedermachts" ist inzwischen wieder offline. Gegenüber dem "Bayerischen Rundfunk" begründete ein CSU-Sprecher den Rückzug: "Wir setzen auf positive Inhalte und Fakten statt auf negative campaigning."

ivi

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