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Debatte um Atomkraft-Ausstieg RWE-Chef hält Atomenergie für unverzichtbar


Jürgen Großmann, Chef des RWE-Energiekonzerns, wehrt sich gegen erneute Forderungen nach einem Komplettausstieg aus der Atomenergie. Ohne Kernkraft seien Wohlstand und Versorgungssicherheit in Deutschland nicht aufrechtzuerhalten.

RWE-Chef Jürgen Großmann hat davor gewarnt, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie Deutschland teuer zu stehen kommen könne. Die Gesellschaft müsse anerkennen, dass in einem Industrieland nicht einfach so auf Kohle und Atomenergie verzichten werden könne, wenn Wohlstand und Versorgungssicherheit erhalten bleiben sollten, sagte Großmann der Wochenzeitung "Zeit" nach einer Vorabmeldung vom Dienstag. Es sei zwar richtig, auf erneuerbare Energien zu setzen und diese auszubauen, "aber man muss wissen, welchen Preis man dafür bezahlen will". Billige Energie und zugleich ein kompletter Umbau der Stromversorgung seien "eine Illusion".

RWE werde sich trotz der Katastrophe in Japan nicht von sich aus aus der Atomenergie zurückziehen, hob Grossmann hervor. Beim Bau neuer Kraftwerke bleibe die Atomenergie "auch für uns eine Option, wie für viele andere Unternehmen auch". Nach den Atomunfällen im japanischen Fukushima müssten allerdings die Sicherheitsauflagen auch der deutschen Meiler überprüft werden, auch wenn das derzeitige Regelwerk bereits höchste Sicherheitsstandards vorschreibe. "Es muss dann entschieden werden, ob Änderungen erforderlich sind."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte angesichts der drohenden Atom-Katastrophe in Japan verkündet, die erst Ende 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung werde für drei Monate ausgesetzt. Nach einem Treffen mit den Länder-Ministerpräsidenten erklärte sie am Dienstag, während des Moratoriums sollten die sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland stillgelegt werden.

AFP AFP

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