DEMONSTRATION Zehntausende demonstrieren für Frieden


Aus Protest gegen die Militärschläge auf Ziele in Afghanistan sind mehrere zehntausend Menschen in Berlin und Stuttgart auf die Straße gegangen. Auf Spruchbändern und Plakaten forderten sie ein Ende der Angriffe.

Mehrere zehntausend Menschen haben am Samstag friedlich gegen die amerikanisch-britischen Angriffe auf Afghanistan demonstriert. In Berlin versammelten sich nach Angaben der Veranstalter rund 30.000 Menschen auf dem historischen Gendarmenmarkt nahe des Regierungsviertels. Sie forderten die Bundesregierung auf, keine deutschen Soldaten gegen Afghanistan einzusetzen. Ein Polizeisprecher vor Ort sprach von 12.000 bis 14.000 Teilnehmern. In Stuttgart demonstrierten nach Polizeischätzung rund 10.000 und nach Angaben der Veranstalter mehr als 30.000 Menschen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kündigte an, die Unterstützung der USA auch bei nachlassender Zustimmung durchzuhalten.

»Ein barbarischer Krieg«

Neben Aktiven der Friedensbewegung der 80er Jahre gingen auch viele Jugendliche und junge Erwachsene auf die Straße. »Die Bombardierung von Städten in Afghanistan ist kein gerechter Vergeltungsschlag sondern ein barbarischer Krieg«, sagte die Moderatorin der Abschlusskundgebung auf dem Gendarmenmarkt, Jutta Kausch. »Wir wollen keine deutschen Soldaten daran beteiligt sehen.« In beiden Städten betonten Redner zugleich ihre Solidarität mit den rund 6000 Toten der Anschläge vom 11. September.

Schröder bekräftigt »umfassende Solidarität« mit USA

Schröder sagte dem »Tagesspiegel am Sonntag«, er zweifele nicht an der Richtigkeit der Entscheidung zur umfassenden Solidarität. »Und ich bin mir auch sicher, dass wir das durchhalten, auch wenn die sehr breite Zustimmung sich mit der Zeit relativieren sollte«, fügte er hinzu. Er selbst müsse die möglicherweise zu treffenden Entscheidungen nur psychisch aushalten. Das eigentliche Risiko trügen die Soldaten. Den Demonstranten wolle er zurufen, »wenden Sie sich an diejenigen, die den Konflikt heraufbeschworen haben«. Der Westen habe weder diesen Konflikt noch das Austragen mit diesen Mitteln gewollt. Die Regierung müsse die Skepsis im Volk ernst nehmen. Er selbst habe die »lieb gewonnene Einstellung« verloren, dass man in der Außenpolitik den militärischen Aspekt vernachlässigen sollte.


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