Deutschland-Besuch 18 Stunden Bush nonstop


Er ist erfahren in der Leitung von Großeinsätzen: Knut Abramowski, Polizeiführer. Er ist für die Sicherheit von US-Präsident George W. Bush verantwortlich, 18 Stunden täglich - als Vorgeschmack auf nächstes Jahr.

"Ich trage die Gesamtverantwortung für den Einsatz." Die Stimme des Leitenden Polizeidirektors Knut Abramowski klingt fest und entschlossen, wenn er über den schwierigsten Auftrag in der Geschichte der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns spricht. Der 53-jährige ist der so genannte Polizeiführer beim Schutz des Besuches von US-Präsident George W. Bush in Mecklenburg-Vorpommern. 12.500 Polizisten aus ganz Deutschland hören auf seine Weisungen.

Abramowski ist einer der erfahrensten Polizeibeamten im Nordwesten. Er wechselte im Jahr 1991 von der Polizei Schleswig-Holstein in das Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern und half beim Wandel der militärisch organisierten Volkspolizei zu einer modernen rechtsstaatlichen Polizei. Sechs Jahre führte er dann die Bereitschaftspolizei des Landes, ehe er 1998 die Leitung der Polizeidirektion Rostock übernahm, die größte des Landes. In dieser Zeit sammelte Abramowski Erfahrungen mit Großeinsätzen, die ihm jetzt helfen: 1998 führte er 6000 Beamte beim Einsatz aus Anlass einer großen NPD-Demonstration.

Nächster Großeinsatz 2008

Mitarbeiter beschreiben den trainiert wirkenden Spitzenbeamten als Teamplayer, der auf den Rat seiner Mitarbeiter hört und die einfachen Streifenpolizisten im Einsatz nicht vergisst. So ist es zum Beispiel Teil seiner Aufgabe als oberster Organisator, vernünftige Quartiere für die aus ganz Deutschland anreisenden Sicherheitskräfte zu finden.

Diese Melange aus Fähigkeiten hat Abramowski auch die Führung des nächsten großen Einsatzes an der Ostsee eingebracht: Wenn im nächsten Jahr das G8-Gipfeltreffen im Luxushotel Heiligendamm stattfindet, ist der Leitende Polizeidirektor der Chef der Sicherheit. Seit Monaten laufen schon die Vorbereitungen dafür, die beim plötzlich angesetzten Bush-Besuch nun nützlich sind.

"Wir betrachten den Einsatz jetzt allerdings nicht als Generalprobe", sagt er. In der letzten Phase vor der Ankunft von Bush gab es für Abramowski kaum noch Feierabend: 18 Stunden war er nach eigenen Worten zurzeit jeden Tag im Einsatz. Ruhe in seinem Haus in Ratzeburg in Schleswig-Holstein gibt es erst, wenn die "am meisten gefährdete Person der Welt" wieder abgeflogen ist.

Claus-Peter Tiemann/AP AP

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