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Vorwürfe gegen Syrer: Al-Bakr-Überwältiger: "Er wollte sich an uns rächen"

Kurz vor seinem Suizid, belastete Dschaber al-Bakr die drei Syrer, die ihn der Polizei übergeben hatten, schwer. Sie sollen von seinen Plänen gewusst haben. Die drei Männer sprechen von Rache.

Einer der Männer, die Dschaber al-Bakr der Polizei übergeben haben

Einer der Männer, die Dschaber al-Bakr der Polizei übergeben haben

In der letzten Vernehmung vor seinem Suizid beschuldigte der Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr die drei Syrer, die ihn gefesselt und der Polizei übergeben hatten, ihn gekannt und von seinen Anschlagsplänen gewusst zu haben. Die drei Männer bestreiten dies. Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte einer von ihnen: "Wir wussten nicht, wer er war. Weil wir ihn der Polizei übergeben haben, wollte er sich rächen, uns hinter Gitter bringen."

Tatsächlich wurden die Syrer am vergangenen Montag von Fahndern vernommen und wieder gehen gelassen. Ob sie nun weiter beobachtet werden, ist unbekannt. Die Bundesanwaltschaft wollte sich zu Einzelheiten des Ermittlungsverfahrens nicht äußern.

Inzwischen erhalten die Männer nach eigenen Angaben Morddrohungen von Sympathisanten der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Polizei schütze sie aber nicht, sagten sie der "Bild".

Dschaber al-Bakr: Suizid nach zwei Tagen in Haft

Al-Bakr war nach einer bundesweiten Fahndung in der Nacht zum Montag festgenommen worden. Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz hatte der anerkannte Flüchtling einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen geplant und bereits weitestgehend vorbereitet. In seiner Wohnung in Chemnitz wurden eineinhalb Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden.

Al-Bakr war seit einer Anti-Terror-Razzia am Samstag auf der Flucht. Seine Festnahme gelang erst, nachdem einer der syrischen Flüchtlinge die Polizei darüber informierte, dass er ihn in seiner Wohnung festhalte. Er soll ihn am Leipziger Hauptbahnhof als den gesuchten Terrorverdächtigen erkannt, mit in seine Wohnung genommen und ihn dort mit seinen Landsleuten gefesselt haben.

Nur wenige Tage nachdem al-Bakr festgenommen wurde, erhängte er sich in seiner Gefängniszelle. Da er von den Behörden nicht als akut selbstmordgefährdet eingestuft wurde, befand er sich nicht unter besonderer Beobachtung. Die sächsische Justiz steht nun unter massiver Kritik.

ivi
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