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Medienbericht: Terrorverdächtiger al-Bakr soll Botschaft an Zellenwand hinterlassen haben

Der mutmaßliche Bombenbauer Dschaber al-Bakr könnte einem Medienbericht zufolge womöglich vor seinem Suizid eine Botschaft auf Arabisch an einer Zellenwand hinterlassen haben . Die Schriftzeichen würden derzeit übersetzt. Die Staatsanwaltschaft Leipzig wollte den Bericht nicht kommentieren.

Jaber al-Bakr

In seiner Zelle in der JVA-Leipzig soll al-Bakr eine Botschaft hinterlassen haben

Hat der mutmaßliche Bombenbauer Dschaber al-Bakr an seiner Zellenwand eine Botschaft auf Arabisch hinterlassen? Dies berichtet zumindest die "Bild"-Zeitung ohne Nennung einer Quelle für diese Information. Auf stern-Nachfrage wollte sich die Staatsanwaltschaft Leipzig nicht dazu äußern. Der "Bild" zufolge sollen die Schriftzeichen wohl von al-Bakr stammen und würden nun von Experten übersetzt. Ein offizielles Ergebnis liege noch nicht vor.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf Sicherheitskreise erfahren haben will, soll al-Bakr der Polizei gleich zweimal entkommen sein: Nach seiner Flucht aus einer Chemnitzer Plattenbausiedlung soll er zunächst auf zwei Polizeibeamte gestoßen sein, die sich uneinig über al-Bakrs Identität gewesen sein sollen. Al-Bakr konnte ungehindert weitergehen.

Demnach entkam al-Bakr daraufhin erneut der Polizei, als diese ihn stellen wollte. Die Beamten sollen besonders vorsichtig gehandelt haben, da sie gewarnt wurden, der Verdächtige könne eine Sprengstoffweste tragen. Man habe al-Bakr zugerufen, er solle sich auf den Boden legen. Dieser habe mit "No,no,no" geantwortet und sei danach entkommen. 

In einer von al-Bakr genutzten Wohnung wurden eineinhalb Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden. Später wurde der Syrer in Leipzig von mehreren Landsleuten überwältigt, am Mittwoch vergangener Woche erhängte sich al-Bakr in der Justizvollzugsanstalt Leipzig.

"Pauschalkritik an Sachsen unangemessen"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière verteidigte trotz der Pannen und des Suizids des Terrorverdächtigen das Land Sachsen gegen Kritik. Die Behauptung, im Freistaat seien Demokratie und Rechtsstaat gefährdet, sei falsch, sagte der CDU-Politiker der "Mitteldeutschen Zeitung". "Ich halte solche Pauschalkritik an Sachsen für unangemessen."

Die Verantwortlichen in dem Bundesland wüssten selbst am besten, dass viel Arbeit vor ihnen liege - etwa mit Blick auf den Suizid al-Bakrs. Die Einsetzung einer unabhängigen Expertenkommission durch die Landesregierung, die die Vorfälle untersuchen soll, wertete de Maizière als wichtiges Zeichen. "Sachsen hat die Kraft, Probleme aufzuarbeiten", sagte er. "Es braucht keine Ratschläge von außen."

Wegen des Suizids von al-Bakr war vor allem Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) erheblich unter Druck geraten. Einen Rücktritt lehnte Gemkow aber ab.

amt / AFP