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Ende der Isolation: Steinmeier legt Merkel Besuch in Griechenland nahe

Dass noch kein europäischer Regierungschef Griechenland in der Krise besucht hat, sei eine "beschämende Entwicklung", meint SPD-Fraktionschef Steinmeier. Er rät der Bundeskanzlerin, dies nachzuholen.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Besuch in Griechenland empfohlen. "Weder ist die deutsche Bundeskanzlerin in Athen gewesen noch haben andere europäische Regierungschefs die Notwendigkeit gesehen, Griechenland zu besuchen", sagte er der "Welt am Sonntag". "Das ist - bei allen selbst verschuldeten Schwierigkeiten der Griechen - eine beschämende Entwicklung." Er hätte sich vor einigen Jahren noch nicht vorstellen können, "dass ein Land in der Krise komplett isoliert wird".

Der SPD-Fraktionschef brachte zudem einen Zahlungsaufschub für Griechenland ins Gespräch. Wenn das dritte Sparprogramm belastbar sei und die Mehrheit in Griechenland dahinter stehe, solle die Politik prüfen, ob mit einem Zahlungsaufschub "die Rückzahlung von Schulden wahrscheinlicher wird oder nicht", sagte Steinmeier. Das geliehene Geld dürfe nicht "durch Entfernung Griechenlands aus dem Euro gedankenlos in den Wind" geschrieben werden.

DPA/AFP / DPA