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Energiewende Verkraftbare Kosten für Atomausstieg


Atomausstieg, schön und gut. Energiewende ebenso. Zumindest in der Theorie. Denn geht es an die Praxis, will keiner die horrend prognostizierten Kosten tragen. Die sind aber angeblich gar nicht so hoch, sondern durchaus verkraftbar, sagt Umweltexperte Martin Faulstich.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung für Umweltfragen, Martin Faulstich, hat sich gegen übertriebene Kostenprognosen für einen beschleunigten Umstieg auf erneuerbare Energien gewandt. Im Deutschlandradio Kultur schätzte Faulstich die Mehrkosten beim Strom für einen Vier-Personen-Haushalt auf zehn bis 20 Euro im Monat. "Ich glaube, das ist zu verkraften, zumal es ja auch beim Energiesparen noch etliche ungenutzte Potenziale gibt", sagte der Umweltexperte.

Langfristig werde ein Mix aus erneuerbaren Energiequellen für die Verbraucher sogar günstiger sein, weil fossile Energieträger immer teurer würden, sagte Faulstich weiter. Für eine Übergangszeit seien Mehrkosten für den Bau neuer Speicher und Netze allerdings nicht zu vermeiden. Auch bei einem sehr schnellen Atomausstieg sei mit Zusatzkosten zu rechnen. "Es muss sich aber keiner Sorgen machen, dass hier die Lichter ausgehen oder dass man sich das nicht leisten kann."

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hatte am Wochenende die Mehrkosten für die Verbraucher für einen raschen Atomausstieg mit 1,50 Euro pro Haushalt und Monat beziffert. Trittin berief sich dabei auf Schätzungen des Bundeswirtschaftsministeriums, wonach mit Mehrkosten von insgesamt drei Milliarden Euro zu rechnen sei. Einige Experten hatten zuvor gewarnt, durch Atomausstieg und schnellen Ausbau erneuerbarer Energien könne der Strompreis insgesamt um bis zu 70 Prozent steigen.

hw/AFP AFP

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