VG-Wort Pixel

Umstrittene Forderung Versicherer machen sich für Rente mit 69 stark

Mensch hält Brief der Deutschen Rentenversicherung
Die Versicherer plädieren für eine Anhebung des Renteneintrittsalters (Symbolbild)
© Felix Kästle / DPA
Mehr Rentner mit längeren Bezugszeiten stehen künftig weniger Beitragszahlern gegenüber. Damit die finanzielle Versorgung im Alter langfristig gesichert werden kann, bringen die Versicherer erneut einen unpopulären Vorschlag ein. 

Bezahlbare Rente, von der man gut leben kann? Das wird aus Sicht der Versicherer nur möglich sein, wenn auch länger gearbeitet wird. Zum Start der Rentenkommission am Mittwoch unterbreiten sie den unpopulären Vorschlag erneut. 

Spätere Rente darf kein Tabu mehr sein

Die deutsche Versicherungswirtschaft spricht sich für eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters aus: Eine Erhöhung auf 68 oder 69 Jahre ab 2030 beziehungsweise 2040 dürfe angesichts einer steigenden Lebenserwartung nicht tabu sein, sagte Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), am Dienstag in Berlin. 

Das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente könne künftig höher gehalten werden und die Beiträge müssten nicht zu stark steigen, wenn die Menschen etwa bis 69 arbeiten, sagte Oliver Ehrentraut vom Institut Prognos, das die Entwicklung im Auftrag des GDV untersucht hatte. 

Rentenkommission soll für langfristige Absicherung sorgen

GDV und Prognos stellten ein Internet-Angebot ("Rentenminister") vor, mit dem jeder die wahrscheinliche Entwicklung der gesetzlichen Rente bei bestimmten Vorgaben prüfen können soll. Stellschrauben dabei sind der Beitragssatz, das Rentenniveau, die Lebensarbeitszeit und der Steuerzuschuss. Ehrentraut sagte: "Längeres Arbeiten bringt Entlastung und hilft dem System." 

Unter anderem bereits der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte mit der Forderung, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, Kritik einstecken müssen.

An diesem Mittwoch startet eine Rentenkommission der Bundesregierung. Das Beratungsgremium soll bis 2020 Vorschläge für die langfristige Absicherung der Rente - für die Zeit nach 2025 - machen. 

Weniger Beitragszahler, mehr Rentner

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die Vorschläge der Rentenkommission der Regierung noch in dieser Legislaturperiode gesetzlich umsetzen. In den kommenden Jahren geht die Generation der Babyboomer schrittweise in Rente, zugleich werden die Menschen immer älter. Es dürfte also deutlich weniger Beitragszahler, aber mehr Rentner und längere Rentenbezugszeiten geben.

Ein Großteil der Deutschen erwartet, im Rentenalter mit wenig Geld auskommen zu müssen. Vier von fünf Beschäftigten gehen laut einer Umfrage im Auftrag des DGB davon aus, dass sie im Alter "gar nicht" oder nur "gerade so" zurechtkommen, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet. 

fri DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker