VG-Wort Pixel

Geschlechtliche Selbstbestimmung Bundestagsentscheidung: Verbot von geschlechtsangleichenden Eingriffen bei Kindern

Abgeordnete bei einer Abstimmung im Bundestag
Ein Verbot von geschlechtsangleichenden Eingriffen soll die geschlechtliche Selbstbestimmung von Kindern schützen
© Christoph Soeder / DPA
Der Bundestag hat ein Gesetz zu geschlechtsangleichenden Eingriffen bei Kindern verabschiedet. In Zukunft dürfen Operationen zur Anpassung des Geschlechts nicht mehr auf der Basis einer Entscheidung der Eltern durchgeführt werden. Ausnahmen gelten nur unter strengen Auflagen.

Die Eltern von intergeschlechtlichen Kindern dürfen künftig keine geschlechtsangleichenden Operationen an ihrem Nachwuchs mehr vornehmen lassen. Der Bundestag beschloss am späten Donnerstagabend ein Verbot von Behandlungen, die das körperliche Erscheinungsbild eines Kindes an das des männlichen oder des weiblichen Geschlechts angleichen sollen. Ausnahmen sind nur erlaubt, wenn der Eingriff medizinisch nicht aufschiebbar ist und von einer interdisziplinären Kommission befürwortet wird.

Schutz der geschlechtlichen Selbstbestimmung

Der CSU-Rechtspolitiker Paul Lehrieder erklärte, das Gesetz schütze das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung und bewahre die Betroffenen vor unnötigen Behandlungen. Schätzungen gehen von etwa 160.000 Menschen in der Bundesrepublik aus, die mit nicht eindeutig ausgebildeten Geschlechtsmerkmalen geboren wurden.

FDP, Linke und Grüne enthielten sich bei der Abstimmung im Bundestag. Sie unterstützen zwar die Zielsetzung, sehen die Rechte der Betroffenen aber nicht ausreichend geschützt. Klare Ablehnung kam lediglich von der AfD. Deren familienpolitischer Sprecher Martin Reichardt sprach von ideologischer Verblendung zulasten des Kindeswohls.

ali DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker