Gesundheit Die schmerzhafte Reform

Die von der großen Koalition geplante Gesundheitsreform löst bei den Bundesbürgern eher Ängste aus als Hoffnung. Fast 70 Prozent der Deutschen fürchten für die Zukunft persönliche Nachteile.

Wann kommt die Gesundheitsreform und was bringt sie überhaupt? Je länger die Diskussion über die Reform anhält, desto weniger glauben die Bundesbürger offenbar an ihren Erfolg. Einer aktuellen Studie zufolge befürchten 68 Prozent der Deutschen negative Folgen für sich persönlich, wie eine Befragung von TNS Infratest im Auftrag einer Versicherung ergeben hat. Im Monat zuvor waren es noch 62 Prozent. Nur gut jeder Vierte meine, die Reform werde die Finanzierung des Gesundheitswesens sichern, wie es in der jetzt vorgestellten Studie heißt.

Am Mittwochnachmittag treffen sich die Reform-Arbeitsgruppen von SPD und Union erneut. Im Mittelpunkt soll diesmal der Umgang mit den Privat-Krankenkassen stehen. Der Umgang mit ihnen gilt als Hauptkonfliktpunkt in der Koalition.

Die SPD setzt sich dafür ein, dass auch Privatversicherten in den geplanten Gesundheitsfonds einzahlen. "Der gesamte Einstieg in einen Fonds macht nur Sinn, wenn Neuversicherte der Privaten ebenso einbezogen werden wie gesetzlich Versicherte", sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Die Union will den Bestand der Privatkassen sichern. Der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, forderte von Bundeskanzlerin Angela Merkel Standfestigkeit. Einen Gesundheitsfonds unter Einbeziehung der Privaten lehnte Lauk ab.

Aus Sicht der Privatkassen würde die Einbeziehung in den Fonds längerfristig ihr Ende bedeuten. "In der Konsequenz geht es um die Abschaffung der privaten Krankenversicherung", sagte der Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte jetzt. Karl Lauterbach wies dies unmittelbar vor weiteren Verhandlungen zwischen Union und SPD über das strittige Thema zurück. "Das Überleben der privaten Versicherung wäre nicht gefährdet", so Lauterbach.

DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker