HUNZINGER-AFFÄRE Özdemir beendet politische Karriere


Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Cem Özdemir, legte überraschend seine Sprecherfunktion nieder und will auch dem nächsten Bundestag nicht mehr angehören.

Nach neuen Vorwürfen wegen unkorrekten Verhaltens hat der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Cem Özdemir, seinen Rückzug aus der Bundespolitik angekündigt. Als Grund für seinen überraschenden Schritt nannte er am Freitag in Berlin den umstrittenen Kredit des PR-Unternehmers Moritz Hunzinger sowie die private Nutzung auf dienstlichen Flügen erworbener Bonus-Meilen.

Bonus-Meilen für Privatflüge genutzt

Trotz der Rückzahlung des 80.000-Mark-Darlehens belastet ihn dieser Fehler sehr, sagte Özdemir auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Seit dem (gestrigen) Donnerstag sieht er sich zudem mit dem Vorwurf konfrontiert, bei dienstlichen Flügen erworbene Bonus-Meilen für Privatflüge genutzt zu haben. Diesen Vorwurf könne er nicht entkräften. Er habe daher Grünen-Parteichef Fritz Kuhn und den Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch darüber informiert, dass er seine Funktion als innenpolitischer Fraktionssprecher mit sofortiger Wirkung niederlegt und dem nächsten Bundestag nicht mehr angehören will.

Gesparte Kreditzeinsen gespendet

Am Donnerstag hatte Özdemir mitgeteilt, dass er den umstrittenen Billig-Kredit Hunzingers komplett zurückgezahlt und die gesparten Zinsen in Höhe von 5.200 Euro dem Rehabilitationszentrum für Folteropfer in Berlin überwiesen hat. Schlauch hatte daraufhin die Vorwürfe gegen Özdemir nach einer Fraktionssitzung für ausgeräumt erklärt.

Özdemir hatte sich als Innensprecher seiner Fraktion einen Namen gemacht. Für die Bundestagswahl am 22. September hatte er einen sicheren Listenplatz seiner Partei in Baden-Württemberg erhalten.


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