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Internationale Automesse in München IAA-Gegner seilen sich von Münchner Autobahnbrücken ab und blockieren Verkehr

In diesem Jahr steht die IAA wieder voll im Fokus von Umweltaktivisten, die gegen die Autoindustrie demonstrieren
In diesem Jahr steht die IAA voll im Fokus von Umweltaktivisten, die gegen die Autoindustrie demonstrieren
© Matthias Balk / DPA
Gegenwind für die Autobranche: In München haben Aktivisten zur Eröffnung der IAA mit mehreren Protestaktionen für eine radikalere Mobilitätswende demonstriert. Unter anderem blockierten sie zwei Autobahnen, Greenpeace-Aktivisten stellten sich in kaltes Wasser.

Umweltaktivisten haben mit Protestaktionen am Eröffnungstag der Automesse IAA Mobility zeitweise den Verkehr auf Autobahnen rund um München lahm gelegt. Demonstrantinnen und Demonstranten entrollten am Dienstagmorgen nach Polizeiangaben auf mehreren Autobahnen Banner. Zum Teil seilten sie sich dafür von Autobahnbrücken ab. 

Auf der A9 etwa kletterten Aktivisten eigenen Angaben zufolge auf eine Schilderbrücke und überklebten die Aufschrift. Auf der A96 seilten sich zwei Demonstranten von einer Brücke ab und entrollten ein Transparent mit dem Schriftzug "Block IAA". Polizei und Feuerwehr waren vor Ort, um die Protestaktionen zu beenden. Weil die Straßen gesperrt seien, staue sich der Verkehr, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Aktivisten von Greenpeace wählten eine andere Protestform: 14 junge Menschen stellten sich bei zehn Grad Außentemperatur eine halbe Stunde lang mit Plakaten in das Wasserbecken vor der Messe in München. Ihr Forderung lautet, sich schneller als geplant vom Verbrennungsmotor zu verabschieden.

Auf den Plakaten waren Bilder von Überschwemmungen und Waldbränden der vergangenen Jahre zu sehen, zudem Slogans wie "Die Klimakrise startet hier". Die am Messegelände zahlreich vertretene Polizei ließ die Aktivisten gewähren, nach etwa einer halben Stunde verließen sie das kalte Wasser.

Greenpeace: Autoindustrie ist rücksichtslos

"Die deutsche Autoindustrie befeuert die Klimakrise immer weiter", kritisierte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. "Mit ihren rücksichtslosen Geschäften schränken VW, Mercedes-Benz und BMW die Freiheit junger Menschen ein. Damit sich das ändert, müssen die Konzerne viel schneller weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren."

Der Autobranchenverband VDA kritisierte die Aktionen und wies die Kritik zurück. "Die IAA Mobility zeigt den Weg zur klimaneutralen Mobilität", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Und wir diskutieren auch mit denen, die anderer Meinung sind. Unser Angebot zum Dialog steht. Gewalt und Nötigung lehnen wir ab."

Zur IAA wollen zahlreiche Gruppen demonstrieren. Unter anderem sind für Freitag Blockaden und für Samstag eine Großdemonstration sowie eine Fahrradsternfahrt mit Zehntausenden Teilnehmern angekündigt.

tis DPA

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