HOME

Im Auftrag des Bundes: Friedrich Merz soll Verkauf der WestLB abwickeln

Der Anwalt und CDU-Finanzexperte Friedrich Merz soll im Auftrag des Bundes den Verkauf der nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB abwickeln. Merz "bringe viel Erfahrung und wirtschaftlichen Sachverstand" mit, begründete der Bankenrettungsfonds SoFFin am Donnerstag in Frankfurt am Main die Berufung.

Der Anwalt und CDU-Finanzexperte Friedrich Merz soll im Auftrag des Bundes den Verkauf der nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB abwickeln. Merz "bringe viel Erfahrung und wirtschaftlichen Sachverstand" mit, begründete der Bankenrettungsfonds SoFFin am Donnerstag in Frankfurt am Main die Berufung. Die Privatisierung der WestLB war von der EU-Kommission verlangt worden und muss bis zum 30. September eingeleitet sein.

Merz' Anwaltskanzlei Mayer Brown hatte nach Beginn der Finanz- und Bankenkrise bereits die Auslagerung giftiger Anlagepapiere der WestLB in eine so genannte Bad Bank gemanagt, also einer Sammelstelle für problematische Wertpapiere. Die WestLB galt bereits vor der Finanzkrise als angeschlagen. Durch die Krise geriet die Landesbank in weitere Schwierigkeiten.

Mit Merz übernehme die Aufgabe des Treuhänders jemand, der "als Person hervorragend geeignet ist, den Interessen aller Beteiligten, einschließlich den Beschäftigten der Bank, Rechnung zu tragen", teilte der SoFFin mit. Merz sei "politisch gleichermaßen in Brüssel wie in Berlin verankert".

Merz hatte sich nach der Bundestagswahl im September aus der Politik zurückgezogen. Er war bis 2002 Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag, bis 2009 hatte er ein Mandat als Abgeordneter. Der frühere CDU-Spitzenpolitiker und Wirtschaftsexperte arbeitet inzwischen als Anwalt und wurde zu Jahresbeginn in den Verwaltungsrat der Privatbank HSBC Trinkaus berufen.

Im Frühjahr veröffentlichte Merz gemeinsam mit dem ehemaligen SPD-Vizechef und Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement ein Buch mit dem Titel "Was jetzt zu tun ist. Deutschland 2.0". Darin beleuchten die beiden früheren politischen Rivalen die Folgen der Wirtschaftskrise auf die Staatsschulden, den Arbeitsmarkt, die Sozialsysteme und die öffentlichen Haushalte.

AFP / AFP