Joschkas Abschied Auf nach Princeton


Die Zeiten der aktiven Politik für Joschka Fischer sind Geschichte und eine Gastprofessur in Princton wartet auf den Obergrünen. Das Mandat hat Fischer formell niedergelegt. Sein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern.

Nach insgesamt 14 Jahren verlässt die einstige grüne Leitfigur Joschka Fischer (58) an diesem Donnerstag den Bundestag. "Ab 1. September ist er kein Mitglied des Bundestags mehr", sagte einer Parlamentssprecherin und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Die formelle Mandatsniederlegung bei Bundestagspräsident Norbert Lammert habe der Ex-Außenminister bereits erledigt. Fischers Platz als Abgeordneter nimmt der 31-jährige Deutsch-Iraner Omid Nouripour ein, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Migranten und Flüchtlinge der Grünen.

Fischer fliegt am selben Tag in die USA, um seine Gastprofessur an der US-Elite-Universität Princeton zu übernehmen, wurde in seiner Umgebung bestätigt. Fischer startet mit einem Seminar über Internationale Krisendiplomatie. Im Frühjahr 2007 soll Fischer unter anderem mit dem international renommierten Professor Andrew Moravcsik ein Seminar über Europa, Amerika und Herausforderungen für die transatlantische Allianz leiten.

"Ich kann das nicht mehr"

Der einstige Wahlkampfmotor Fischer hatte nach dem Ende der rot-grünen Regierung nach der Bundestagswahl am 20. September 2005 vor der Grünen-Fraktion seinen Rückzug angekündigt. Er wolle Macht gegen Freiheit eintauschen, sagte er den 51 verdutzten Abgeordneten damals. Ebenfalls vor der Fraktion verabschiedete er sich dann Ende Juni offiziell unter anderem mit den Worten "Ich kann das nicht mehr" aus der aktiven Politik.

Fischer saß von 1983 bis 1985 und seit 1994 im Bundestag. 1998 trug er maßgeblich dazu bei, dass die Grünen mit der SPD eine Koalition schmiedeten. Von 1998 bis 2005 war er Außenminister. Zuletzt hatte Fischer den Grünen in einem Interview noch den Appell mit auf den Weg gegeben, sie müssten sich auf mögliche Ampel-Koalitionen vorbereiten, da im heutigen Fünf-Parteien-System für die Grünen nur die schwarze oder die rote Ampel als Konstellationen blieben.

DPA DPA

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