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Jugendschutz.net warnt: Rechtsextreme werben verstärkt in sozialen Netzwerken

Neonazis in Deutschland versuchen zunehmend, mit modernen Kampagnen bei Facebook, Youtube und Co. Jugendliche zu ködern. Der Jahresbericht "Rechtsextremismus Online" legt alarmierende Zahlen vor.

Der Jahresbericht "Rechtsextremismus online" warnt vor der zunehmenden Anwerbung Jugendlicher in den sozialen Netzwerken

Der Jahresbericht "Rechtsextremismus online" warnt vor der zunehmenden Anwerbung Jugendlicher in den sozialen Netzwerken

Rechtsextreme werben im Internet immer unverhohlener unter Jugendlichen für ihre Ziele. "Während in den vergangenen Jahren subtile Propaganda vorherrschte, stoßen wir mittlerweile regelmäßig auf Darstellungen, in denen Juden, Muslime, Sinti und Roma oder Homosexuelle ohne Umschweife zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden", sagte der Vizechef von "jugendschutz.net", Stefan Glaser, bei der Vorstellung des Jahresberichts "Rechtsextremismus online 2013".

Je anstößiger, provokanter und poppiger ein Beitrag sei, desto eher verbreite er sich schneeballartig und auch über rechtsextreme Kreise hinaus, lautet die Erkenntnis der Jugendschützer. Den Experten zufolge bedienen sich Rechtsextreme oft auch satirischer und nicht offen rassistischer Darstellungen, um ihre Propaganda im Netz zu verbreiten.

Ausländische Netzwerke in der Kritik

Es zeige sich, "dass Rechtsextreme nicht mehr nur glatzköpfig mit Springerstiefeln unterwegs sind, sondern dass sie die moderne, neue Welt nutzen", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Dabei gehe es vor allem und die sozialen Netzwerke.

Glaser beklagte, dass vor allem das russische Netzwerk VK oder der US-Dienst Tumblr zu wenig unternehmen würden, um solche Inhalte von ihren Plattformen zu verbannen. "Das Gros der Inhalte wird über ausländische Dienste eingestellt, daher müssen Strategien gegen Hass im Netz auch international ansetzen", forderte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger.

70 Prozent der Inhalte im Social Web

Die sozialen Netzwerke sind nach den Erkenntnissen von "jugendschutz.net" für die rechtsextreme Szene inzwischen das wichtigste Mittel, um Jugendliche anzusprechen. 2013 seien etwa 70 Prozent aller gesichteten 5507 Webangebote dort zu finden gewesen. Präsent seien sämtliche relevanten rechtsextremen Akteure aus dem Umfeld von Kameradschaften, Versandhändlern, Musikgruppen und der NPD. Immer häufiger würden rechtsextreme Inhalte auch für die mobile Nutzung über Apps zugänglich gemacht.

Die länderübergreifende Stelle "jugendschutz.net" kümmert sich um die Einhaltung des Jugendschutzes im Internet und bemüht sich, problematische Inhalte zu löschen oder zumindest für Jugendliche unzugänglich zu machen.

nck/DPA / DPA