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Koalitionsvertrag Keine Zeit für 381.247 Zeichen? Hier sind die wichtigsten Schlagworte aus dem Ampel-Pakt

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (vorne)
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (vorne) stellte in Berlin im Beisein der Grünen-Vorsitzenden und des FDP-Chefs den Ampel-Koalitionsvertrag vor
© Kay Nietfeld/ / Picture Alliance
SPD, Grüne und FDP haben auf 177 Seiten ausbuchstabiert, was sie in den nächsten vier Jahren erreichen wollen. Welche Worte wählten die Ampel-Partner dabei am häufigsten? Der Spitzenreiter verspricht Teamwork.

Zwar fällt der Umfang von "Die Vermessung der Welt" noch etwas üppiger aus, doch dürften sich die Ampel-Parteien in ihrem Koalitionsvertrag an nicht weniger versucht haben – zumindest in Bezug auf den Buchtitel: Auf 177 Seiten skizzieren SPD, Grüne und FDP, wohin es politisch in den nächsten vier Jahren mit ihnen gehen soll. Und, klar: Wer "Mehr Fortschritt wagen" will, so die Überschrift des Papiers, möchte sich nicht kurz fassen. 

Die Vermessung der Ampel-Pläne führt durch eine Bleiwüste, 51.876 Wörter und 381.247 Zeichen (ohne Leerzeichen) zählt das Vertragswerk. Wer es von der ersten bis zur letzten Zeile lesen möchte, verbringt ungefähr drei Stunden mit der Lektüre. Wesentlich schneller geht's, wenn man sich auf das Wording konzentriert: Welche Worte wählten die Fast-Koalitionäre am häufigsten, um ihre Pläne zu skizzieren? 

Die "Wir"-Koalition

Gemessen an der Worthäufigkeit, "werden" (987) und "wollen" (494) die Parteien ziemlich viel: die Demokratie "stärken" (237) zum Beispiel, strukturschwache Regionen "unterstützen" (169), sichere Arbeitsmärkte "schaffen" (135), für alle bezahlbare Mobilität "ermöglichen" (74) und überhaupt vieles "verbessern" (76). 

Dabei behalten SPD, Grüne und FDP nicht nur "Deutschland" (144) sondern auch "Europa" (74) im Blick, denn auch "europäisch" (180) wird gedacht und formuliert. Doch: Welche Themen beschäftigt das "Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit" (so die Unterzeile des Ampel-Vertrags) besonders?

Wohl am meisten für die "Freiheit" (70), dann "Nachhaltigkeit" (35) und "Gerechtigkeit" (14). Aber keine Sorge: Nach Meinung der Ampel-Parteien soll es auch "gerecht" (75) zugehen. Und auch dem "Klima" (198) respektive dem "Klimaschutz" (51) sowie der "Umwelt" (33) und "Nachhaltigkeit" (35) wird Sorge getragen. Hoch im programmatischen Kurs sind auch die "Wirtschaft" (173) und "Gesellschaft" (107), als "Investition" (66) in die "Zukunft" (72) werden auch die "Digitalisierung" (63) und "Infrastruktur" (80) und "Mobilität" (41) gesehen. 

Die Ampel-Partner "wollen" und "werden" viel umsetzen, zumindest gemessen an der Worthäufung in ihrem Koalitionsvertrag
Die Ampel-Partner "wollen" und "werden" viel umsetzen, zumindest gemessen an der Worthäufung in ihrem Koalitionsvertrag
© Screenshot: www.jasondavies.com/wordcloud

Zugegeben: Die Schlagwort-Zählung ist nur bedingt belastbar – wer etwa nach dem "Mensch" (130) sucht, findet auch viele "Menschen" (138) aber weniger "Menschenrechte" (8), dabei sind auch Dopplungen einzupreisen und zu berücksichtigen. Doch vermitteln etwa Word Counter, wieder dieser hier, oder die halb-analoge Wortsuche im Schreibprogramm der Wahl zumindest einen ersten Eindruck.

Einen Eindruck gewinnt man bei der Schlagwortsuche zwangsläufig, kommen selbst verschiedenste Word Counter zum selben Ergebnis: Das Wort "wir" (2195) fällt am häufigsten – für eine angehende Koalition, die immer wieder ihre "unterschiedlichen Traditionen und Perspektiven" (wie im Vorwort des Vertrags) betont, womöglich ein gutes Vorzeichen. 

fs

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